News | Personalrat 26.10.2016

Beitragsbemessungsgrenzen in Renten- und Krankenversicherung werden angehoben

Infolge gestiegener Gehälter ändern sich 2017 wieder die Beitragsbemessungsgrenzen in der Kranken- und Rentenversicherung. Das hat die Bundesregierung am 12.10.2016 beschlossen. Aber die noch im Sommer angekündigte Erhöhung der Krankenkassenbeiträge soll im nächsten Jahr nun nicht kommen.

Krankengeldausgaben

Die Löhne und Gehälter in Deutschland sind im vergangenen Jahr wieder gestiegen. Deshalb ändern sich im nächsten Jahr die Beitragsbemessungsgrenzen der Kranken- und Rentenversicherung.

Beitragsbemessungsgrenzen Rentenversicherung und Krankenversicherung

Die neue monatliche Beitragsbemessungsgrenze in der allgemeinen Rentenversicherung (West) steigt von 6.200 Euro (2016) auf 6.350 Euro pro Monat. Die Beitragsbemessungsgrenze (Ost) steigt von 5.400 Euro (2016) auf 5.700 Euro pro Monat. In der knappschaftlichen Rentenversicherung wird die Beitragsbemessungsgrenze auf 7.850 Euro (West) bzw. 7.000 Euro (Ost) festgesetzt.

Das vorläufige Durchschnittsentgelt in der gesetzlichen Rentenversicherung liegt für das Jahr 2017 bundeseinheitlich bei 37.103 Euro im Jahr.

Bundeseinheitlich wird die Versicherungspflichtgrenze in der gesetzlichen Krankenversicherung festgesetzt. Sie erhöht sich gegenüber 2016 (56.250 Euro) auf 57.600 Euro jährlich.

Die bundeseinheitliche Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Krankenversicherung beträgt 52.200 Euro im Jahr 2017 (2016: 50.850 Euro).

2017 keine Erhöhung der Krankenkassenbeiträge

Die gesetzlich Krankenversicherten sollen im kommenden Jahr von steigenden Beiträgen verschont bleiben – zumindest im Durchschnitt. Das geht aus der Prognose des Schätzerkreises beim Bundesversicherungsamt hervor. Zurzeit liegt der Zusatzbeitrag im Schnitt bei etwa 1,1 % des Bruttolohns. Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) war Mitte Juli noch von einem Anstieg um bis zu 0,3 Prozentpunkte zum Jahreswechsel ausgegangen.

Der Grund für die Entwicklung ist die von der Bundesregierung den Kassen zugesagten 1,5 Milliarden Euro aus der Reserve des Gesundheitsfonds. Derzeit betragen die Reserven rund 10 Milliarden Euro.

Das bedeutet, dass die stabilen Beiträge des kommenden Jahres im Grunde mit den angesparten Beiträgen früherer Jahre bezahlt werden – und nicht etwa durch eine Finanzspritze des Bundes aus Steuermitteln. Denn der Gesundheitsfonds dient seit 2009 als eine Art zentraler Geldsammel- und -verteilstelle der Krankenkassen: Alle Beiträge – außer den Zusatzbeiträgen – fließen erst in den Fonds.

Autor: Werner Plaggemeier (Werner Plaggemeier ist Herausgeber der Onlinedatenbank „Personalratspraxis“. )