News | Geschäftsführung Betriebsrat
06.09.2016

Azubi-Gehalt anheben durch vermögenswirksame Leistungen

Bis Oktober steigen wieder viele junge Menschen ins Berufsleben ein und beginnen eine Ausbildung. Die Freude über den Ausbildungsplatz ist groß, die Freude beim Blick auf den Gehaltszettel hält sich in Grenzen, denn ein Azubi-Gehalt ist selten üppig. Mit vermögenswirksamen Leistungen (VL) lässt es sich aufstocken. Wie, erfahren Sie im Beitrag.

Anhebung Azubi-Gehalt© Robert Kneschke /​ fotolia.com

Zusätzliche Geldquellen

Geschäftsführung Betriebsrat. Laut Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) erhielten Azubis im Westen der Bundesrepublik 2015 durchschnittlich 832 Euro tarifliche Ausbildungsvergütung pro Monat, im Osten Deutschlands im Schnitt 769 Euro. Nicht üppig, aber das Gehalt lässt sich aber geschickt aufpeppen. Viele Arbeitgeber zahlen vermögenwirksame Leistungen und „Vater Staat spendiert“ staatliche Zuschüsse.

Staatliche Förderung sichern

Unter bestimmten Voraussetzungen fördert der Staat die vermögenswirksamen Leistungen mit der sogenannten Arbeitnehmersparzulage. Grundsätzlich haben Arbeitnehmer das Recht, einen gewissen Betrag von ihrem Gehalt als Vermögenswirksame Leistung (VL) in eine Geldanlage abführen zu lassen. Viele Arbeitnehmer haben sogar Anspruch auf eine arbeits- oder tarifvertraglich zugesicherte VL vom Arbeitgeber. Das können bis zu 40 Euro pro Monat sein. Nach sieben Jahren Mindestanlagezeit sind das mehr als 3.000 Euro. Grund genug für Azubis, sich bei der Personalabteilung oder dem Betriebsrat zu erkundigen, ob ihnen VL zustehen und falls ja, wie hoch diese sind.

Auch ohne Arbeitgeber

Zahlt der Arbeitgeber keine VL, können Azubis selbst einen Teil ihres Gehalts in einen Bausparvertrag oder eine Fondsparplan überweisen lassen, um sich die staatliche Förderung sichern. Denn wenn das zu versteuernde Jahreseinkommen weniger als 20.000 Euro beträgt wie bei den meisten Azubis, wird ein Bausparvertrag mit bis zu 43 Euro und ein Fondssparplan mit bis zu 80 Euro pro Jahr bezuschusst. Um den höchsten Zuschuss zu bekommen, lohnt es sich oft, den Arbeitgeberbeitrag selbst auf den Maximalbeitrag aufzustocken. Es ist sogar möglich, in beide Anlageformen einzuzahlen und von beiden staatlichen Fördergeldern zu profitieren.

Zulage nur mit Antrag

Die Arbeitnehmersparzulage muss jedes Jahr mit der Steuererklärung zusammen beantragt werden. Die Anbieter der VL-Sparformen versenden Bescheinigungen, die die der Anlage N der Steuererklärung beigefügt werden müssen. Achtung: Die gesamte Fördersumme wird erst am Ende der siebenjährigen Sperrfrist vom Finanzamt ausgezahlt! Da die Förderbeiträge in der Zeit nicht verzinst werden, ist es wichtig darauf zu achten, dass die VL-Einzahlungen hoch verzinst werden.

Autor: Astrid Hedrich 

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