News | Geschäftsführung Betriebsrat 10.07.2017

Außenhandel kommt allen Arbeitnehmern zugute – fast allen

Deutschland ist Exportweltmeister. Unterm Strich kommt das seinen Arbeitnehmern zugute. Beispiel China und Osteuropa. Der verstärkte Handel mit ihnen hat den Rückgang der Beschäftigung im Verarbeitenden Gewerbe gebremst. Aber nicht alle Beschäftigte profitieren davon, stellt eine IAB-Studie fest.

Außenhandel Arbeitnehmer

Löhne in exportierenden Branchen

Geschäftsführung Betriebsrat. Die Handelsverflechtungen wirkten sich positiv auf die Löhne in exportierenden Branchen aus. Aber nicht alle Arbeitnehmer profitierten, manche verloren auch ihre Jobs. Das geht aus einer vorige Woche veröffentlichten Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor.

 

Außenhandel in vielen Bereichen positiv

„Deutschland profitiert in vielen Bereichen erheblich vom Außenhandel“, schreiben die Wirtschaftswissenschaftler Wolfgang Dauth, Sebastian Findeisen und Jens Südekum. Im Vergleich zu anderen Ländern – insbesondere den USA – seien die Beschäftigungswirkungen hierzulande vorteilhafter. Die Globalisierung habe vielen Beschäftigten im deutschen Industriesektor höhere Löhne gebracht.

Nachteile durch Globalisierung

Allerdings gebe es auch andere, die durch die Globalisierung Nachteile erlitten hätten. Während Exportchancen in einigen Branchen zu besseren Verdienstmöglichkeiten geführt haben, führte die Importkonkurrenz nach Erkenntnis der Wissenschaftler dazu, dass manche Beschäftigte ihre Jobs verloren haben. Ein Teil von ihnen habe nach einer vorübergehenden Arbeitslosigkeit in den Dienstleistungssektor wechseln müssen.

Wachsende Konkurrenz durch Importe

Die Beschäftigung im Verarbeitenden Gewerbe sei seit langem rückläufig, halten die Forscher fest. Besonders stark ging sie jedoch in jenen Branchen zurück, die sich einer wachsenden Konkurrenz durch Importe gegenübersehen. Die Arbeitslosenversicherung biete hier ein wichtiges Auffangnetz, so Dauth, Findeisen und Südekum. Qualifikationsmaßnahmen könnten helfen, dass der Wechsel in eine andere Branche oder in den Dienstleistungssektor auch in eine adäquate Beschäftigung führt.

Globalisierung nicht überall gleich verteilt

Die Wissenschaftler geben dabei allerdings zu bedenken, dass Gewinner und Verlierer der Globalisierung nicht einheitlich über das ganze Land verteilt seien. Wirtschaftszweige seien oftmals auf einzelne Regionen beschränkt. So habe der Rückgang der Schuhindustrie die gesamte Region Südwestpfalz in eine Schieflage gebracht. Wenn eine ganze Region aufgrund ihrer Spezialisierung unter der zunehmenden Importkonkurrenz leide, werde es auch für den Einzelnen schwieriger, nach einer Kündigung wieder einen neuen Job zu finden.

Qualifikationsmaßnahmen und Mobilitätshilfen

Hier empfehlen die Wissenschaftler einen verstärkten Einsatz gezielter Qualifikationsmaßnahmen und von Mobilitätshilfen. Damit könnten die Betroffenen unterstützt werden, möglichst schnell wieder eine neue Stelle in einer anderen Branche oder einer anderen Region zu finden.

Übergänge von Industriesektor in Dienstleistungsjobs

Die Beschäftigungsentwicklung im Verarbeitenden Gewerbe und dem Dienstleistungssektor ist gegenläufig. Gleichwohl gebe es vergleichsweise wenige direkte Übergänge von ehemaligen Beschäftigten aus dem Industriesektor in Dienstleistungsjobs. Das Wachstum des Dienstleistungssektors speise sich vorrangig aus Arbeitsmarkteinsteigern oder vorübergehend unbeschäftigten Personen. Sie würden am häufigsten Dienstleistungsjobs annehmen.

Autor: Friedrich Oehlerking (Friedrich Oehlerking ist erfahrener Journalist und berät Betriebsräte bei ihrer Pressearbeit.)