News | Personalrat
14.09.2016

Augsburg: Personalrat fordert mehr Stellen für die Stadtverwaltung

Nach einer Meldung der Augsburger Allgemeinen Anfang August gibt es bei der Augsburger Stadtverwaltung teils massive Überlastungen, hohe Fehlzeiten und viele Krankmeldungen. Die Situation soll nach Angaben des Vorsitzenden des Gesamtpersonalrats eigentlich nicht mehr zumutbar sein. In Sitzungen des Personalausschusses sei das Thema seit Monaten zur Sprache gekommen. Der Personalrat rufe aber nicht einfach nach mehr Personal. Hilfreich wäre es bereits, wenn Mitarbeiter wissen würden, welche Aufgaben sie eigentlich zwingend zu erledigen haben.

Augsburg© SeanPavonePhoto /​​​​​​ iStock​​ /​​​​​​​​​​​​ Thinkstock

Die Stadt Augsburg wirbt in den Zeitungen unter anderem mit Formulierungen wie: „Mit über 6000 Beschäftigten zählt die Stadt zu den größten Arbeitgebern der Region. (…) Für die vielfältigen Aufgaben sucht die Stadt innovative, leistungsorientierte und engagierte Mitarbeiter, die zu einer positiven Entwicklung der Stadt beitragen.“

Personalrat fordert auch bessere Organisation

Weniger gut hört sich dagegen an, wie Vertreter des Personals die Lage der Beschäftigten beurteilen. Es gebe teils massive Überlastungen, hohe Fehlzeiten und viele Krankmeldungen. Der Personalrat ruft nicht allein nach mehr Personal. Hilfreich wäre es bereits, wenn Mitarbeiter wissen würden, welche Aufgaben sie eigentlich zwingend zu erledigen haben.

Mehr Stellen im Grünamt

Die Stadträte nehmen die Sorgen ernst. In einzelnen Abteilungen ist nachgebessert worden: Im Grünamt werden in den nächsten zwei Jahren 13 zusätzliche Stellen geschaffen. Es ist eine Reaktion auf erhöhte Anforderungen an das Amt, aber auch auf Beschwerden der Bürger. Klagen gebe es zudem an anderer Stelle. Es geht um Ruhestörungen und Sachbeschädigungen in öffentlichen Anlagen. Und hier spielt das Gefühl von Bürgern mit, nicht überall sicher zu sein. 14 Mitarbeiter zählt gegenwärtig der städtische Ordnungsdienst. Mit mehr Personal könnten die Aufgaben sicher besser abgedeckt werden. Wünschenswert seien sechs neue Stellen. Es ist ein Beispiel von vielen, die sich durch die Stadtverwaltung ziehen.

Zum Thema Stellenneubesetzungen sagt Oberbürgermeister Gribl: „Es ist akut. Wir stehen seit geraumer Zeit bei Stellenneuschaffungen und Wiederbesetzungen auf der Bremse, obwohl die Arbeit zunimmt. Die Situation zu beobachten, gehört zur täglichen Arbeit in der Organisation einer Verwaltung.“ Noch wirke sich die Situation aus Sicht von Gribl jedoch nicht so gravierend aus, dass im regulären Dienstbetrieb die Aufgaben nicht mehr zu bewältigen seien. Einschnitte gebe es aber: „Dennoch müssen manche Standards bei unseren Leistungen eingeschränkt werden.“ Mögliche Alternative sei, „bei dauerhaften Zusatzbelastungen“ doch zusätzliches Personal einzustellen. Zu entscheiden habe darüber der Stadtrat.

In der Vergangenheit habe es oftmals heftige Debatten zwischen Stadtregierung und Rathausopposition gegeben. Dass Augsburg jährlich um bis zu 5000 Einwohner wächst und demnächst die Marke von 300.000 Einwohnern überschreitet, wirkt sich auch auf die Arbeit der Verwaltung aus. Zum Beispiel im Bürgeramt, im Kinderbetreuungs- und Schulwesen, in Büchereien, bei Baugenehmigungen und Erschließungen, aber auch im Sozialbereich (Transferleistungen, Jugendhilfe) und bei kulturellen Angeboten.

Derzeit seien es viele junge und gut ausgebildete Menschen, die nach Augsburg ziehen – überwiegend aus dem Inland und aus Ländern der EU. Wenn sich ein solches Wachstum in Beschäftigungsverhältnissen und Steueraufkommen niederschlage, sei das ein wichtiger Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung.

Doch nicht nur das Wachstum der Stadt hat Folgen für organisatorische Maßnahmen und Stellen. Zum Beispiel kann eine Änderung der Rechtslage zu Stellenmehrungen führen, weil sie einen erhöhten Arbeitsaufwand erforderlich macht. Beispiele dafür sind etwa eine Verschärfung der Lebensmittelüberwachung oder ein komplexeres Verfahren bei der Ausstellung von Personalausweisen.

Autor: Werner Plaggemeier 

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