16.08.2018

Arbeitszeitmodelle: Zu viel Kontrolle macht unzufrieden

Nach einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) sorgen flexible Arbeitszeitmodelle wie Homeoffice für weniger Konflikte mit dem Vorgesetzten. Arbeitgeber, die ihren Mitarbeitern die Möglichkeit zur eigenen Arbeitszeitgestaltung geben, steigern die Zufriedenheit und die Arbeitsproduktivität.

Arbeitszeitmodelle

Gelebte Vertrauenskultur schafft Zufriedenheit

Eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) mit dem Titel „Vertrauenskultur als Wettbewerbsvorteil in digitalen Zeiten – Neue experimentelle und verhaltensökonomische Ergebnisse“ führte zu dem Ergebnis, dass eine gelebte Vertrauenskultur ein wichtiger Wettbewerbsvorteil für Unternehmen ist. Vor allem in Zeiten von Digitalisierung und zunehmender Komplexität bildet Vertrauen eine Grundlage für erfolgreiche Zusammenarbeit. Wenn hingegen Kontrollen und Compliance die Kultur eines Unternehmens bestimmen, sinken die Zufriedenheit und die Motivation der Mitarbeiter, und Konflikte mit Vorgesetzten sind häufiger.

Das Experiment

In der Studie wurden experimentelle verhaltensökonomische Untersuchungen mit Nachwuchsführungskräften durchgeführt. Die Ergebnisse zeigten, dass junge Nachwuchsführungskräfte ein hohes Maß an Vertrauen, Kooperation und Fairness besitzen.

Weniger Kontrolle – mehr Zufriedenheit

Setzt ein Unternehmen auf weniger Kontrolle über die Einhaltung von Arbeitszeiten, sind rund 60 Prozent der Arbeitnehmer sehr zufrieden mit ihrer Arbeit. In Firmen mit strengen Kontrollen etwa durch Stechuhren oder Vorgesetzte sind es dagegen nur 45 Prozent.

Arbeitgeber halten noch an alten Verhaltensmustern fest

Viele Arbeitgeber haben aber auch in Zeiten des digitalen Wandels, der das Arbeiten von unterwegs, zu Hause oder in unterschiedlichen Betriebsstätten technisch erleichtert, große Schwierigkeiten, die traditionelle Anwesenheitspflicht am festen Arbeitsplatz aufzugeben. In vielen Unternehmen herrscht noch immer ein gewisses Misstrauen gegenüber den Beschäftigten. Nach dem Motto: Bei weniger Kontrolle wird auch weniger gearbeitet.

Das Kölner Institut für Wirtschaft wird von den Arbeitgeberverbänden finanziert.

Autor: Werner Plaggemeier (langjähriger Herausgeber der Onlinedatenbank „Personalratspraxis“)