28.03.2019

Arbeitszeit: Wünsche und Realitäten

Wünsche und Wirklichkeit bei der Arbeitszeit klaffen oft auseinander. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) legte einen Bericht vor. Dabei wurden Arbeitszeitwünsche und -realitäten in Bezug auf die wöchentliche Arbeitszeit, den zeitlichen Handlungsspielraum und die Trennung von Arbeit und Privatleben gegenübergestellt und nach arbeitsplatzbezogenen und wirtschaftsstrukturellen Merkmalen sowie Lebensphasen betrachtet.

Arbeitszeit

Was wünschen sich die Beschäftigten?

Die BAuA berichtete über die Entwicklung der Arbeitszeitwünsche abhängig Beschäftigter und deren tatsächlicher Arbeitszeit. Diese stimmen in Deutschland häufig nicht überein. Auch über längere Zeiträume gelingt längst nicht allen Beschäftigten eine Verwirklichung ihrer Präferenzen. Dabei kann eine auf individuelle Bedürfnisse abgestimmte Arbeitszeit die Vereinbarkeit von Arbeit und Privatleben erleichtern, Überlastungen vorbeugen, aktuelle und zukünftige Einkommenssituationen verbessern und einem Arbeitskräftemangel entgegenwirken. Während Verkürzungs- und Verlängerungswünsche schon lange im Mittelpunkt der arbeitszeitpolitischen Diskussion stehen, wirft der Wandel in der Arbeitswelt auch neue Fragen auf: So ist bislang nur wenig über die Präferenzen von Beschäftigten hinsichtlich flexibler Arbeitszeiten und Entgrenzung von Arbeit und Privatleben bekannt.

Eine Erhebung der BAuA liefert die Antwort

Mithilfe aktueller und repräsentativer Daten gibt der vorliegende Bericht einen umfassenden Überblick über die Arbeitszeitwünsche und -realitäten von Beschäftigten in Deutschland. Hierfür wurden Daten von abhängig Beschäftigten der ersten beiden Erhebungswellen der BAuA-Arbeitszeitbefragung (Querschnitt 2017: ca. 8.700 Personen, Längsschnitt 2015/2017: ca. 5.600 Personen), einer repräsentativen Panelbefragung von Erwerbstätigen in Deutschland, analysiert. Dabei wurden Arbeitszeitwünsche und -realitäten in Bezug auf die wöchentliche Arbeitszeit, den zeitlichen Handlungsspielraum und die Trennung von Arbeit und Privatleben gegenübergestellt und nach arbeitsplatzbezogenen und wirtschaftsstrukturellen Merkmalen sowie Lebensphasen betrachtet. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Realisierung von Arbeitszeitwünschen hinsichtlich der Länge der Arbeitszeit, dafür förderlichen Rahmenbedingungen sowie möglichen Hinderungsgründen. Schließlich werden Zusammenhänge zwischen Arbeitszeitdiskrepanzen und der Gesundheit und Zufriedenheit von Beschäftigten untersucht.

Lebensphasenspezifische Unterschiede

Die Auswertungen deuten auf lebensphasenspezifische Unterschiede bei Arbeitszeitwünschen hin. Insbesondere bei der wöchentlichen Arbeitszeit klaffen Wunsch und Realität oftmals auseinander, wobei die meisten Beschäftigten die Arbeitszeit verkürzen möchten. Bei Verlängerungswünschen besteht allerdings eine höhere Wahrscheinlichkeit, dass sie realisiert werden. Auch beim zeitlichen Handlungsspielraum stimmen Wunsch und Wirklichkeit häufig nicht überein. Dagegen ist die Trennung von Arbeit und Privatleben einer großen Mehrheit wichtig, aber auch bei den meisten möglich. Diskrepanzen in Arbeitszeitwünschen sind häufig mit Beeinträchtigungen in Bezug auf die Gesundheit, Work-Life-Balance und Arbeitszufriedenheit von Beschäftigten assoziiert, insbesondere bei Verkürzungswünschen und wenn die Möglichkeiten der Beschäftigten hinter ihren Wünschen zurückbleiben.

Quelle: https://www.baua.de/DE/Angebote/Publikationen/Berichte/F2398-4.html?pk_campaign=NEWSLETTER

Autor: Werner Plaggemeier (langjähriger Herausgeber der Onlinedatenbank „Personalratspraxis“)