14.03.2019

Arbeitszeit: Beamte beim Bund sollen weiterhin länger arbeiten als Arbeitnehmer

Die Bundesregierung will im Sinne einer auf Nachhaltigkeit angelegten Haushaltsführung am Ziel der Konsolidierung der öffentlichen Haushalte festhalten und deshalb die längere Arbeitszeit der Bundesbeamten von 41 Wochenstunden mit Blick auf die kürzere Wochenarbeitszeit der Arbeitnehmer von 39 Stunden nicht verkürzen. Das teilte sie in ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage im Februar 2019 mit.

Arbeitszeit

Keine Reduzierung der Arbeitsstunden

Die Bundesregierung plant keine Reduzierung der regelmäßigen wöchentlichen Arbeitszeit der Bundesbeamten. Dies geht aus ihrer Antwort (BT-Drs. 19/7774) auf eine Kleine Anfrage einer Bundestagsfraktion hervor. Sie verweist dabei auf ihre Erklärung im Petitionsausschuss vor wenigen Wochen. Wir berichteten darüber in unserem Newsletter im Dezember letzten Jahres.

Zu wenig Personal vorhanden

Die Reduzierung von 41 Stunden auf 39 Stunden würde der Bundesregierung zufolge einen Mehrbedarf an 9.294 Beamten und „Kosten in Höhe von zirka 371 Millionen Euro pro Jahr (nur Besoldung) ergeben“. Dem liege folgende Modellrechnung zugrunde: Wenn die 181.250 Beamten des Bundes (Stand: 30. Juni 2017) „zwei Stunden weniger pro Woche arbeiten, führt dies zu einer wöchentlichen Reduzierung um 362.500 Stunden, die personaltechnisch aufgefangen werden müsste“. Diese Stundenanzahl geteilt durch 39 (neue regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit) ergebe einen zusätzlichen Bedarf von 9.294 Beamten. „Ausgehend von einer durchschnittlichen A10-Besoldung (zirka 40.000 Euro im Jahr) ergibt dies einen Kostenfaktor von zirka 371 Millionen Euro pro Jahr mit entsprechenden Folgen für die Versorgungsverpflichtungen“, heißt es in der Antwort weiter.

Eine Stunde kostet 186 Millionen

Bei einer Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit um eine Stunde würden sich die Kosten laut Vorlage entsprechend halbieren, mithin also einen personellen Mehrbedarf von 4.647 Beamten und einen Kostenfaktor von zirka 186 Millionen Euro verursachen.

Autor: Werner Plaggemeier (langjähriger Herausgeber der Onlinedatenbank „Personalratspraxis“)