09.09.2021

Arbeitsmarkt kommt wieder in Schwung

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil freut sich über die aktuellen Arbeitsmarktzahlen für Juli 2021. Normalerweise steigt die Arbeitslosenquote im Juli saisonbedingt. In diesem Jahr ist sie aber auf 5,6 Prozent gesunken und damit auf knapp 2,6 Millionen Menschen. Das sind rund 24.000 Personen weniger als im Vormonat Juni. Auch die Kurzarbeit, die besonders im letzten Jahr Lockdown-bedingt angestiegen ist, ist wieder gesunken. Im Mai waren es 2,2 Millionen Kurzarbeiter. Gleichzeitig gibt es wieder mehr freie Stellen: 744.000. Die aktuellen Zahlen zeigen, dass der Arbeitsmarkt wieder in Schwung kommt und für Arbeitskräfte aufnahmefähig ist. Die Zahlen zeigen aber auch, dass das Instrument der Kurzarbeit sich bewährt und über die Krise geholfen hat. Denn das Kurzarbeitergeld hat Millionen von Arbeitsplätzen gesichert.

Corona

Berufsausbildung muss wieder in Fahrt kommen

Hubertus Heil sorgt sich aber über die Situation der Auszubildenden. Zu Beginn des neuen Ausbildungsjahres seien noch viele Ausbildungsstellen unbesetzt. Im Rahmen der Allianz für Aus- und Weiterbildung haben das Arbeitsministerium und weitere Partner daher einen „Sommer der Berufsausbildung“ ins Leben gerufen. Die Aktionswochen informieren Jugendliche und ihre Eltern über die Möglichkeiten und Perspektiven einer betrieblichen Berufsausbildung. Dem Arbeitsminister ist es wichtig, dass sich die Betriebe für die Ausbildung öffnen und dass junge Menschen ihre Zukunft in einer betrieblichen Berufsausbildung sehen.

Arbeitslosenzahlen zuletzt gesunken

Nicht nur im Juli, sondern auch im Vormonat Juni haben sich die Arbeitslosenzahlen um 73.000 nach unten bewegt auf 2.614.000. Zum Vorjahr hat sich die Arbeitslosenzahl sogar um 239.000 reduziert. Damit ist die Arbeitslosenquote gegenüber dem Vormonat um 0,2 Prozentpunkte auf 5,7 Prozent gesunken. Der Juni 2020 war allerdings stark von der Corona-Krise betroffen. In deren Folge ist die Zahl auf 400.000 Arbeitslose bzw. um 0,9 Prozent angestiegen. Die Unterbeschäftigung, die auch Veränderungen in der Arbeitsmarktpolitik und in kurzfristiger Arbeitsunfähigkeit berücksichtigt, lag im Juni bei 3.411.000 Personen. Das waren 207.000 weniger als vor einem Jahr.

Weniger Kurzarbeit

In Kurzarbeit waren vom 1. bis einschließlich 24. Juni 59.000 Personen beschäftigt. Im Mai wurde für 2,34 Millionen Arbeitnehmer konjunkturelles Kurzarbeitergeld gezahlt. Die Inanspruchnahme geht damit weiter zurück. Im April 2020 hatte sie mit knapp 6 Millionen den Höhepunkt erreicht.

Anstieg der Arbeitslosenquote durch die Pandemie

Insgesamt ist die Arbeitslosenquote durch die Corona-Krise angestiegen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist die Zahl der Erwerbstätigen (nach dem Inlandskonzept) im Mai 2021 saisonbereinigt gegenüber dem Vormonat um 15.000 gestiegen. Mit 44,63 Millionen Personen fiel sie im Vergleich zum Vorjahr um 48.000 höher aus.

Corona-Maßnahmen zeigen Wirkung

Stärker von den Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie ist die geringfügig entlohnte Beschäftigung betroffen. Nach vorläufigen, hochgerechneten Daten der BA gab es im April mit 6,92 Millionen 56.000 weniger geringfügig entlohnte Beschäftigte als im Vorjahresmonat. Bei den freien Arbeitsstellen zeigt sich zudem ein Aufwärtstrend: Im Juni waren 693.000 Arbeitsstellen bei der BA gemeldet, 123.000 mehr als vor einem Jahr. Saisonbereinigt hat sich der Bestand der bei der BA gemeldeten Arbeitsstellen um 25.000 erhöht.

Unsicherheit und Einschränkungen auf dem Ausbildungsmarkt

Der Ausbildungsmarkt zeigt dagegen kritischere Zahlen. Von Oktober 2020 bis Juni 2021 meldeten sich bei den Agenturen für Arbeit und den Jobcentern 385.000 Bewerberinnen und Bewerber für eine Ausbildungsstelle. Das waren 32.000 weniger als im Vorjahreszeitraum. Der Rückgang deutet aber nicht auf ein rückläufiges Interesse von jungen Menschen an der Berufsausbildung hin. Vielmehr liegen die Gründe darin, dass viele Meldungen unterblieben, weil die gewohnten Zugangswege beeinträchtigt waren und durch digitale Alternativen nicht vollständig ersetzt werden konnten. 158.000 Bewerberinnen und Bewerber warteten auf offene Stellen. Gleichzeitig waren 468.000 Ausbildungsstellen gemeldet, 15.000 weniger als vor einem Jahr. Dieser Rückgang spiegelt die pandemie-bedingten Einschränkungen und Unsicherheiten wider, auch die Transformationsprozesse in der Wirtschaft. Im Juni waren von den gemeldeten Ausbildungsstellen noch 216.000 unbesetzt.

Autor: Andrea Brill (Andrea Brill ist Pressereferentin und Fachjournalistin.)