04.03.2019

Arbeitsbedingungen: Jeder Zweite hat Angst, mit Vorgesetzten über Probleme zu sprechen

Eine repräsentative Beschäftigtenbefragung zum DGB-Index Gute Arbeit 2018 zeigt, dass die Kommunikation der Beschäftigten gegenüber den Vorgesetzten häufig von Angst geprägt ist. Hingegen rechnet die große Mehrheit der Befragten mit Unterstützung durch die Kolleginnen und Kollegen.

Arbeitsbedingungen

Wohlfühlfaktor Betriebsklima

Das Betriebsklima ist ein wesentlicher Faktor bei den Arbeitsbedingungen in einer Dienststelle. Je schlechter es bewertet wird, desto stärker ausgeprägt ist der Wunsch nach einem Wechsel. Zu einem guten Betriebsklima gehören eine vertrauensvolle Kommunikation ebenso wie ein wertschätzendes Verhalten und soziale Unterstützung durch den Kollegenkreis und die Vorgesetzten. Das Betriebsklima kann im positiven Fall Motivation, Wohlbefinden und Gesundheit der Beschäftigten fördern und trägt dann zu einer guten Arbeitsqualität bei. Fehlende soziale Unterstützung und ein destruktives Führungsverhalten führen dagegen zu Stress und können die körperliche und psychische Gesundheit beeinträchtigen.

Gespräche mit dem Vorgesetzten

44 Prozent der Beschäftigten geben laut „DGB-Index Gute Arbeit“ an, dass es in ihrem Betrieb nur in geringem Maß oder gar nicht die Möglichkeit gibt, Probleme gegenüber den Vorgesetzten oder der Geschäftsführung offen anzusprechen. Dabei spielt die Größe des Betriebs offenbar eine wesentliche Rolle: Kleinbetriebe mit weniger als 20 Beschäftigten werden hinsichtlich des Betriebsklimas etwas positiver bewertet als mittlere und größere Unternehmen. Allerdings traut sich auch in den Kleinbetrieben jede/r Dritte (34 Prozent) nicht, gegenüber Vorgesetzten offen seine Meinung zu sagen. Und: Jeder dritte Beschäftigte (32 Prozent) erfährt von den Vorgesetzten nur geringe oder gar keine Wertschätzung für die eigene Arbeit.

Positive Bewertung für die Belegschaft

Ein deutlich positiveres Bild zeigt sich beim Betriebsklima innerhalb der Belegschaft: 85 Prozent aller Beschäftigten sagen, dass sie sich auf große Unterstützung ihrer Kolleginnen und Kollegen verlassen können.

Autor: Werner Plaggemeier (langjähriger Herausgeber der Onlinedatenbank „Personalratspraxis“)