News | Arbeitsrecht 15.12.2014

Arbeits- und Sozialrecht: Diese Änderungen kommen zum 01.01.2015

Endlich kommt er, der Mindestlohn. Aber das ist nicht die einzige Änderung, die der Gesetzgeber zum Jahreswechsel 2015 vorgesehen hat. Da wären da noch die Pflegereform und die steigenden Beitragsbemessungsgrenzen.

Änderungen 2015

Arbeitsrecht. 8,50 Euro pro Stunde – das ist der Ausgangswert für den ab Jahresbeginn 2015 in Deutschland geltenden flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohn. Eine erste Anpassung ist für Anfang 2017 vorgesehen. Der Mindestlohn soll grundsätzlich für alle in Deutschland tätigen Arbeitnehmer über 18 Jahren in allen Branchen und Regionen gelten. Allerdings sind zahlreiche Ausnahmen und Übergangsregelungen zu beachten, so unter anderem  bei Pflichtpraktika sowie freiwilligen Praktika von bis zu drei Monaten während Ausbildung und Studium oder für Zeitungszusteller.

Krankenkassenbeiträge sinken

Der Beitragssatz in der gesetzlichen Krankenkasse  wird zum 1. Januar 2015 von 15,5 auf 14,6 Prozent des Bruttoeinkommens sinken. Arbeitgeber und Arbeitnehmer zahlen hiervon – paritätisch – jeweils 7,3 Prozent.  Der Sonderbeitrag in Höhe von 0,9 Prozent, den Arbeitnehmer bislang allein zahlen, fällt künftig weg. Stattdessen führt der Gesetzgeber einen einkommensabhängigen prozentualen Zusatzbeitrag ein, den Kassen von ihren Mitgliedern erheben und dessen Höhe sie selbst bestimmen können.

Die neue Pflegereform tritt in Kraft

Am 1. Januar 2015 tritt das „Pflegestärkungsgesetz I“ in Kraft. Mit dem neuen Regelwerk werden die Leistungen für Pflegebedürftige sowie die pflegenden Angehörigen heraufgesetzt. Darüber hinaus soll ein Pflegevorsorgefonds eingerichtet werden und in stationären Einrichtungen ist die Einstellung zusätzlicher Betreuungskräfte geplant.  Für die Versicherten bedeutet dies ab Januar eine Erhöhung des Pflegebeitrags um 0,3 Prozentpunkte auf 2,35 Prozent bzw. 2,6 Prozent für Kinderlose.

Beitragsbemessungsgrenzen steigen deutlich an

2015 bringt zudem eine deutliche Steigerung der Beitragsbemessungsgrenzen für die gesetzlichen Sozialversicherungen mit sich. Die Grenze für die Renten- und Arbeitslosenversicherung wird im Westen Deutschlands künftig bei 6.050 € Brutto-Monatseinkommen (bisher 5.950 €) liegen. Im Osten steigt die Grenze von 5.000 auf 5.200 €.  Einkommen über der Beitragsbemessungsgrenze sind beitragsfrei.

Auch bei der Kranken- und Pflegeversicherung wird die Grenze erhöht, hier ist eine Steigerung von derzeit 4.050 auf 4.125 € pro Monat vorgesehen. Die Versicherungspflichtgrenze für die Krankenversicherung wird von 4.462,50 auf 4.575 € ansteigen.

 

Bild: © ayagiz/iStock/Thinkstock

Autor: WEKA MEDIA Redaktion