News | Geschäftsführung Betriebsrat
30.03.2016

Arbeitnehmer in Aufsichtsrat des DRK Blutspendedienstes

Unternehmen will Mitbestimmung im Aufsichtsrat verhindern.

Das Deutsche Rote Kreuz in Hessen und Baden-Württemberg unterhält eine gemeinnützige GmbH für den Blutspendedienst. Um diese strategisch aufzustellen, zentralisierte man 2011. Damit wurde das Unternehmen größer – und mitbestimmungspflichtig. Für das Unternehmen der SuperGAU.

Blutspendedienst© Kzenon /​ fotolia.com

Unternehmensteil abspalten

Geschäftsführung Betriebsrat. Berlin. 30. März 2016 – Der Blutspendedienst des Deutschen Roten Kreuz (DRK) Baden-Württemberg-Hessen gGmbH will einen Unternehmensteil abspalten. Damit solle auf den letzten Metern noch die Mitbestimmung der Arbeitnehmer im Aufsichtsrat verhindert werden, vermutet Sylvia Bühler, Mitglied im Bundesvorstand der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di). Bühler: „Für die Geschäftsführung scheint die Mitbestimmung der Super-Gau zu sein.“

Roland Berger riet zur Zentralisierung

2011 hatte das gemeinnützige Unternehmen viel Geld in ein Gutachten investiert. Darin kam die Unternehmensberatung Roland Berger zu dem Ergebnis, die weitere Zentralisierung der Blutspendedienste sei aus wirtschaftlichen Gründen eine „alternativlose“ Strategie. Was man nicht bedacht hatte, waren die Folgen der Mitbestimmung.

Blutspendekonzern mit mehr als 2.000 Beschäftigten

Die DRK-Blutspendedienste Nord und Ost wurden in einer gemeinsamen Gesellschaft unter dem Dach der Blutspende gGmbH Baden-Württemberg-Hessen zusammengeschlossen. Damit hatte der neu aufgestellte Blutspendekonzern mehr als 2.000 Beschäftigte. Und nach dem Mitbestimmungsgesetz wäre künftig die Hälfte der Aufsichtsratsmandate durch Arbeitnehmer zu besetzen.

Will Konzern Mitbestimmung umgehen?

Eine wirksame Mitbestimmung will der Konzern nun offenbar umgehen. Um die Wahl von Beschäftigten in den Aufsichtsrat zu verhindern, soll der Blutspendedienst Nord Ost kurzfristig wieder abgespalten werden. „Um die Beschäftigten von der Mitbestimmung auszuschließen, greift die Geschäftsführung zu einer teuren Maßnahme. Plötzlich spielen Kosten keine Rolle mehr“, so Bühler.

Pläne zur Aufspaltung ad acta legen

Offensichtlich werde mit dem unentgeltlich gespendeten Blut gutes Geld verdient. Bühler fordert den DRK-Blutspendedienst auf, die Pläne zur Aufspaltung ad acta zu legen und die Mitbestimmung zu respektieren.

Mitarbeiter im Blutspendedienst

Im Blutspendedienst des DRK sind 3.800 Mitarbeiter in Deutschland beschäftigt. Sie entnehmen Blutspenden, untersuchen und bereiten sie auf und sicherten so rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr die Versorgung. Wie das DRK mitteilt, sind sie fest angestellt und erhalten Tariflöhne.

Großteil ehrenamtliche Helfer

Der Blutspendedienst des DRK greift überdies zu einem Großteil auf ehrenamtliche Helfer zurück. Über 200.000 ehrenamtliche Helfer unterstützen den Angaben zufolge die Blutspendedienste des DRK bei der Durchführung von Blutspendeterminen in Deutschland. Sie sind in den Landes-, und Kreisverbänden sowie Ortsvereinen des Deutschen Roten Kreuzes organisiert. Laut Mitteilung des DRK leisten sie eine „wichtige Arbeit bei der Planung, Organisation und Durchführung der örtlichen Blutspendetermine“. Und was bekommen sie dafür?

Autor: Friedrich Oehlerking 

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