News | Geschäftsführung Betriebsrat
27.07.2015

Abfindung für Vorruhestand bei SAP zu attraktiv?

Die Walldorfer Softwareschmiede SAP will Personalkosten einsparen. Als Mittel der Wahl will man ältere Mitarbeiter in den Vorruhestand schicken. Wenn drei Prozent von ihnen annähmen, ginge die Rechnung auf. Doch die gebotene Abfindung ist attraktiver als gedacht. Nun wollen vier Prozent in den Vorruhestand – unter ihnen der Vorsitzende des Betriebsrates.

Vorruhestand© M. Schuppich /​ fotolia.com

Vorruhestand: Herzog nimmt Abfindungsangebot an

Geschäftsführung Betriebsrat. Betriebsratsvorsitzender Ralf Herzog nimmt nach eigenen Angaben an dem Vorruhestandsprogramm teil. Das berichtet das „Handelsblatt“. Er will demnach seinen Posten spätestens Ende September abgeben. Er habe sich aus persönlichen Gründen dazu entschlossen, zitiert das Blatt Herzog nach einer dpa-Meldung. Ende Oktober höre er bei dem Softwarekonzern auf. Die Suche nach einem Nachfolger laufe.

Nachfolgediskussion im Betriebsrat entbrannt

Der „Mannheimer Morgen“ berief sich auf unterschiedliche Quellen. Danach werde im Betriebsrat bereits eifrig über mögliche Kandidaten diskutiert. Herzog selbst war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Eine Unternehmenssprecherin wollte dem Blatt gegenüber keinen Kommentar abgeben.

Meilensteine in Herzogs Amtszeit

Herzog war dem Bericht zufolge erst im Mai 2014 zum Vorsitzenden des Betriebsrates gewählt worden. Seither habe er über wichtige Dinge verhandelt wie das laufende Abfindungs- und Vorruhestandsprogramm, einen neuen Verteilmechanismus für die Mitarbeiter-Boni und eine Neuordnung des internen Personal-Bewertungssystems.

Abfindungsprogramm im März angekündigt

SAP hatte das Abfindungsprogramm im März angekündigt. In Europa können alle Mitarbeiter, die Jahrgang 1960 oder älter sind, daran teilnehmen. Wie das „Handelsblatt“ schreibt, ist die Nachfrage nach den Abfindungen offenbar höher als gedacht. Geplant hatte das Unternehmen demnach drei Prozent der weltweit 74 000 Mitarbeiter, nun nähmen etwa vier Prozent das Programm laut SAP in Anspruch. Der Konzern müsse dafür etwa doppelt so viel Geld ausgeben.

Zukunft Herzogs Stellvertreter ungewiss

Ob Herzogs Stellvertreter, der IG-Metaller Ralf Kronig und Aufsichtsrat Panagiotis Bissiritsas, nun ebenfalls neu gewählt werden, habe zunächst nicht festgestanden. In dem Gremium rängen verschiedene Lager um die Macht. Der neue Vorsitzende bräuchte nur eine einfache Mehrheit.

Autor: Friedrich Oehlerking 

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