News | Mitbestimmung
24.08.2015

600 Betriebe ohne Betriebsrat allein in Velbert und Umgebung

Zu wenig Geld, schlechte Arbeitsbedingungen – die Liste der Klagen, die die Verwaltungsstelle der IG Metall in Velbert erreicht, ist lang. Und niemand, der die berechtigten Anliegen der Belegschaften vertritt. Allein im IG Metall-Bezirk Velbert beziffert sich die Zahl der Betriebe, die ohne Betriebsrat sind, mittlerweile auf 600. Der Bezirk hat deswegen jetzt eine Kampagne gestartet: „Besser mit Betriebsrat – Arbeit: sicher und fair für alle“.

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Kampagne startet diese Woche

Mitbestimmung. Die Kampagne wird vom heutigen Montag an bis Mittwoch in der Fußgängerzone der Velberter Innenstadt eingeleitet. Das meldet die „WAZ“. Ziel der Kampagne ist demnach nicht nur, die Arbeitnehmer bei der Durchführung von Betriebsratswahlen zu unterstützen.

Positive Auswirkungen eines Betriebsrats

Man wolle darüber hinaus die Menschen auch über die positiven Auswirkungen eines Betriebsrats informieren. „Wir wollen sie ermutigen, sich für die Verbesserung ihrer eigenen Arbeitsbedingungen einzusetzen“, zitiert „WAZ“ Gewerkschaftssekretär Daniel Ullsperger von der Verwaltungsstelle der IG Metall in Velbert.

Betriebsrat könnte Abhilfe schaffen

Immer mehr Beschäftigte aus Betrieben ohne Betriebsrat beschweren sich Ullsperger zufolge über zu wenig Geld und schlechte Arbeitsbedingungen. Gebe es einen Betriebsrat, könne dieser Abhilfe schaffen. Nicht zuletzt habe der Betriebsrat die Aufgabe, mit dem Arbeitgeber Betriebsvereinbarungen auszuhandeln.

Gründe für Betriebsratsabstinenz unklar

Warum viele Arbeitnehmer bislang noch keinen Betriebsrat gewählt haben, sei nicht so leicht zu beurteilen. Allein an einem Betriebsratsbusting von Seiten der Arbeitgeber kann es nicht liegen. Zwar will Jürgen Steidel, Sprecher der Vereinigung Bergischer Unternehmerverbände, Betriebsratsgründungen nicht pauschal empfehlen. „Die Entscheidung über die Neugründung von Betriebsräten ist im Einzelfall Angelegenheit der Beschäftigten“, so Steidel laut WAZ.

Informationsflüsse erleichtern, Entscheidungsprozesse verbessern

Aber auch Steidel erklärt: „Eine gut funktionierende Zusammenarbeit zwischen Betriebsrat und Arbeitgeber kann Informationsflüsse erleichtern und Entscheidungsprozesse verbessern.“ Ullsperger zufolge sei das Bestehen einer betrieblichen Arbeitnehmervertretung auch für den Arbeitgeber günstig. Ullsperger: „So besteht für alle Beteiligten Rechtssicherheit“, findet er.

Autor: Friedrich Oehlerking (Friedrich Oehlerking ist erfahrener Journalist und berät Betriebsräte bei ihrer Pressearbeit.)

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