News | Infrastruktur 11.06.2015

Fehlende Altenwohnungen könnten zum Problem werden

Die Gemeinde Neunkirchen-Seelscheid hat seit Kurzem dezidierte Antworten zu der Frage, welche Herausforderungen der steigende Altersdurchschnitt ihrer Bürger mit sich bringt. Studenten der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung Köln haben hierzu eine Studie erstellt.

Rotes Rathaus Berlin

Neunkirchen-Seelscheid vergreist: Studie zeigt Handlungsbedarf auf

In der nordrhein-westfälischen Gemeinde Neunkirchen-Seelscheid wird es in der Zukunft – fehlen entsprechende Gegenstrategien – an Wohnraum für Senioren mangeln. Das ist eine der Erkenntnisse, die eine Untersuchung von Studenten der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung Köln erbrachte. Kern der Studie war die Frage, wie sich der steigende Altersdurchschnitt der Bürger auf die Gemeinde auswirkt. Das geht aus einem Bericht der Online-Ausgabe des Rhein-Sieg-Anzeigers hervor, der sich mit den Ergebnissen der Studie befasst.

Bis zum Jahr 2030 wird laut Prognosen die Einwohnerzahl Neunkirchen-Seelscheids von aktuell rund 20.000 auf etwa 19.000 sinken. Im Jahr 2030 wären dann nach den derzeitigen Vorausberechnungen knapp 8000 Einwohner über 60 Jahre alt. 2010 hatte der Anteil der über 60-Jährigen in der Gemeinde noch bei rund 5200 Personen gelegen.

Die aktuelle Bautätigkeit in der Gemeinde geht an der Herausforderung, die sich mit dem steigenden Anteil alter Menschen im Bereich Wohnraumversorgung ergibt, vorbei. Unter den 109 öffentlich geförderten Wohnungen findet sich keine, die speziell auf die Bedürfnisse von Senioren zugeschnitten ist. Zurzeit wird lediglich ein barrierefreies Wohnhaus in der Gemeinde errichtet. Nicht ausreichen werden angesichts der skizzierten Entwicklung laut der Studie auch die momentan vorhandenen 28 Plätze für betreutes Wohnen. Die Autoren der Studie empfehlen vor diesem Hintergrund der Verwaltung, sich darum zu bemühen, dass weitere Wohnungen zu Altenwohnungen mit Services für Senioren umgestaltet werden.

Mögliche Defizite für die Zukunft macht die Studie auch bezüglich der (aktuell noch guten) ärztlichen Versorgung aus. Da drei Hausärzte in absehbarer Zeit ihre Praxis aufgeben wollen, könnte sich die Versorgungssituation verschlechtern. Verbesserungsbedarf gibt es auch beim Mobilitätsangebot für ältere Menschen sowie bei der Informationsarbeit bezüglich der Freizeitangebote für Senioren.

Autor: Wolfram Markus (Wolfam Markus ist Herausgeber des WEKA-Handbuchs "Kommunalpolitik")