17.05.2017

Ziele der Raumordnung (VGH Hessen, 04.07.2013 – 4 C 2300/11)

Leitsatz

  1. Ein Bebauungsplan, der ein Sondergebiet „Biogas“ mit der Zweckbestimmung der energetischen Nutzung von Biomasse festsetzt und dafür Flächen überplant, die im einschlägigen Regionalplan als Vorranggebiet für Landwirtschaft festgelegt sind, steht in Widerspruch zu einem Ziel der Raumordnung, mit dem im Regionalplan festgelegt ist, dass in diesem Gebiet die landwirtschaftliche Bodennutzung Vorrang vor anderen Raumansprüchen hat und in diesem Gebiet Nutzungen und Maßnahmen nicht zulässig sind, die die landwirtschaftliche Bodennutzung einschließlich Tierhaltung ausschließen oder wesentlich erschweren.

  2. Ist von der planenden Gemeinde bis zum Zeitpunkt der Entscheidung im Normenkontrollverfahren keine Zielabweichungsentscheidung nach § 6 Abs. 2 ROG eingeholt worden, liegt ein zur Unwirksamkeit des Bebauungsplans führender Verstoß gegen das Anpassungsgebot nach § 1 Abs. 4 BauGB vor.

(VGH Hessen, Urteil vom 04.07.2013 – 4 C 2300/11)

Sachverhalt

Der Antragsteller zu 1) ist Eigentümer eines Grundstücks in dem nordöstlich des Geltungsbereichs des angegriffenen Bebauungsplans gelegenen, in Entwicklung befindlichen Neubaugebiets „Bockental“, das von ihm derzeit mit einem Wohnhaus bebaut wird und das sich in einer Entfernung von ca. 480 m zu dem festgesetzten Sondergebiet 2 Biogas befindet. Der Antragsteller zu 2) ist Eigentümer eines selbstgenutzten Wohngrundstücks in einem Wohngebiet der Gemeinde, das eine Entfernung zum Sondergebiet 2 Biogas von etwa 600 …

Autoren: Kunze , Welters

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