05.10.2017

iSFP – der gebäudeindividuelle Sanierungsfahrplan

Ab 01.07.2017 fördert die BAFA dann die alleinige Erstellung eines Sanierungsfahrplans mit dem Ziel, die bestmögliche Sanierung eines Gebäudes zu erreichen.

iSFP – der gebäudeindividuelle Sanierungsfahrplan

iSFP – der gebäudeindividuelle Sanierungsfahrplan

Ziel einer BAFA-vor-Ort-Beratung ist es, die bestmögliche, vollständige Sanierung eines Gebäudes zu erreichen, idealerweise realisiert innerhalb einer Gesamtmaßnahme. Möglich ist aber auch die Erstellung eines sog. Sanierungsfahrplans. Hierbei können einzelne, aufeinander aufbauende oder voneinander unabhängige Einzelmaßnahmen vorgeschlagen werden. Der Vorteil für den Gebäudeeigentümer liegt darin, dass er die Sanierung in für ihn wirtschaftlichen und sein Gebäude baulich vernünftigen Einzelschritten umsetzen kann. Untersuchungen haben gezeigt, dass eine Vielzahl von Beratungsempfängern in der Praxis eher empfohlene Maßnahmen des Sanierungsfahrplans realisiert als eine kosten- und arbeitsintensive Gesamtsanierung in einem Zug.

Deshalb bevorzugen Bauherren und Hauseigentümer auch eher individuelle Beratungen jenseits der sehr formal geprägten Vor-Ort-Beratung. Doch ausschließlich erarbeitete Maßnahmenpakete und Empfehlungen zur schrittweisen Umsetzung waren bisher nicht förderfähig im Sinne einer Vor-Ort-Beratung.

Förderfähiger Bericht

Ab 01.07.2017 fördert die BAFA dann auch die alleinige Erstellung eines Sanierungsfahrplans. Künftig stehen somit zwei verschiedene Beratungsmodelle zur Wahl:

  • die bisher übliche Vor-Ort-Beratung mit dem sehr ausführlichen Beratungsbericht und darin enthaltenem Sanierungsfahrplan oder
  • der iSFP – der gebäudeindividuelle Sanierungsfahrplan.

Es liegt im Ermessen des Beraters, welche der beiden Angebote er seinem Beratungsempfänger vorschlägt.

Förderhöhen und Richtlinien

Grundsätzlich entsprechen die Förderhöhen und der Beratungsablauf den Richtlinien der Vor-Ort-Beratung, das betrifft auch die Qualifikationen der Berater. Es werden bis zu 60 % der förderfähigen Beratungskosten übernommen, jedoch höchstens 800 € für Ein- und Zweifamilienhäuser sowie 1.100 € für Wohngebäude mit drei und mehr Wohnungen. Wie bei der Vor-Ort-Beratung kann die Vorstellung des Beratungsberichts in einer WEG mit zusätzlichen 500 € gefördert werden. Die Berichte sind einzureichen, zusammen mit den Verwendungserklärungen. Grundsätzlich muss also auch der iSFP den Vorgaben der BAFA entsprechen, ist das nicht der Fall, kann einmalig nachgebessert werden.

Der Beratungsablauf

Mit einem ausführlichen Vor-Ort-Termin beginnt auch diese Beratung, welche in bekannter Weise durch die Bilanzierung und Berechnung im Büro fortgesetzt wird. Es ist das bestmögliche Sanierungsziel anzustreben. Dieses orientiert sich nicht an der Vorstellung des Beratungsempfängers, sondern in erster Linie an den Vorgaben der EnEV und den klimapolitischen Vereinbarungen.

Soll z.B. die Ertüchtigung einer Hüllfläche vorgenommen werden, so ist die Bemessung der Dämmstärke so zu dimensionieren, dass nicht in einigen Jahren wieder nachgebessert werden muss. Beim Austausch der Heizung sind regenerative Energieträger zu bevorzugen.

Ist der bestmögliche Standard nicht zu erreichen, kann davon abgewichen werden. Das muss der Berater jedoch im Bericht begründen.

Der Bericht

Der Beratungsempfänger erhält zwei Broschüren, welche plakativ und anschaulich den Zustand des Gebäudes sowie die Auswirkungen der vorgeschlagenen Maßnahmen darstellen. Wichtigstes und augenfälligstes Instrument ist die Verwendung grafischer Elemente (icons) und die Verwendung von Farbskalen und Einstufungen, wie sie vom Energieausweis her bekannt sind. Beide Broschüren müssen in gedruckter Form, spiralgebunden dem Beratungsempfänger übergeben werden.

„Mein Sanierungsfahrplan“

Darin sind die wesentlichen Ergebnisse des Istzustands dargestellt. Es folgen Hinweise zum  Nutzerverhalten sowie Empfehlungen zur weiteren Vorgehensweise, alles in sehr übersichtlicher und tabellarischer Art und Weise.

„Umsetzungshilfe für meine Maßnahmen“

Hier werden die vorgeschlagenen Maßnahmen detailliert beschrieben und auch technisch und wirtschaftlich dokumentiert. Diese Broschüren werden ergänzt durch eine optisch ansprechende grafische Gesamtübersicht des erarbeiteten Sanierungsfahrplans. Dieser ist ebenfalls Bestandteil der Unterlagen und ist im Format DIN A3 dem Beratungsempfänger zu übergeben. Der nach der Durchführung der einzelnen Maßnahmenschritte jeweils erreichte energetische Standard ist farblich sofort erkennbar.

Kosten

Nach wie vor wichtiger Bestandteil sind die Kostenschätzungen; sie sind wie auch im Beratungsbericht der Vor-Ort-Beratung zu benennen. Anzugeben sind die Vollkosten, die energiebedingten Mehrkosten gegenüber den sog. Insgemeinkosten und die Höhe der möglichen Förderungen (Zuschüsse).

Erleichterung für den Planer

Ziel ist es, gemeinsam mit Bilanzierungsherstellern ein Instrument zu schaffen, welches auf deutlich einfachere Weise die standardisierte Darstellung der Berichte erstellt, so, wie dies von der BAFA gefordert wird. Ob das im erwarteten Umfang wirklich eine Alternative zur bisherigen Vor-Ort-Beratung wird, bleibt abzuwarten. Ebenso, ob dieser iSFP die Zahl der Beratungen und Sanierungen wirklich steigert.

Autor: Wilfriede Renate Schamoni (Dipl.-Ing. Architektin)