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19.09.2016

Vorsicht bei WDVS: HBCD in Polystyrol – ab 10/2016 Sondermüll!

Polystyrol wird insbesondere bei der Verwendung innerhalb von Wärmedämmverbundsystemen regelmäßig ein sog. Flammschutz beigefügt, welcher eine Brandausbreitung deutlich verlangsamen soll.

sondermuell_polystyrol@ Henfaes /​​ iStock /​​ thinkstock

HBCD in Polystyrol

Die Chemikalie „Hexabromcyclododecan“ (HBCD) wurde als Flammschutz in sehr vielen Produkten eingesetzt. Wegen seiner in großem Maße umweltschädigenden Eigenschaften wurde das Mittel in der EU bereits 2008 als besorgniserregend eingestuft (EU-Chemikalienverordnung REACH), seit 2013 gilt es als langlebiger organischer Schadstoff (POP). Ein weltweites Herstellungs- und Verwendungsverbot ist 2014 erlassen worden.

 

Ausnahme EU

Innerhalb der EU darf HBCD seit 21.08.2015 als geregelter Bestandteil nur noch in zugelassenen Systemen und Anwendungsfällen eingesetzt werden. Über die Zulassung entscheidet die europäische Kommission. Hersteller von Dämmsystemen sind angewiesen, HBCD zu ersetzen. Jedoch dürfen HBCD-haltige Produkte gemäß der Richtlinie REACH von 2008 noch bis 21.08.2017 verwendet werden.

 

Entsorgungsproblematik

Bisher können alle polystyrolartigen Baustoffe nach dem Ausbau als „gemischter Bauschutt“ entsorgt werden.

 

Änderung ab Oktober 2016

Nach der Verschärfung der Abfallverzeichnisverordnung sind ab Oktober 2016 alle HBCD-haltigen Baustoffe als „Sondermüll“ zu betrachten und in Sondermüllverbrennungsanlagen entsprechend zu entsorgen.

 

 

Mehr dazu lesen Sie in dem Werk: Energieeffizientes Planen und Bauen nach EnEV 2016.

Autor: Wilfriede Renate Schamoni 

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