Rechtsprechung | Ausschreibung
03.02.2015

Architekt haftet bei Lücken und Widersprüchen im Leistungsverzeichnis

Fehlerhafte Leistungsverzeichnisse sind in der Praxis sehr weit verbreitet. Dabei kann die Beachtung von § 7 Abs. 1 VOB/A – auch bei nichtöffentlichen Bauvorhaben – und der Regelungen der VOB/C vor unnötigen Fehlern bewahren.

Haftung für Lücken im Leistungsverzeichnis© AndreyPopov /​ iStock /​ thinkstock

Fehlerhafte Leistungsverzeichnisse sind Planungsfehler. Klipp und klar und in aller Eindeutigkeit formuliert das OLG Brandenburg in einem neuen Urteil (Az.: 11 U 170/11):

„Lücken und Widersprüche im Leistungsverzeichnis gehören zu den typischen Planungsfehlern im technischen Bereich und machen das Werk des Architekten mangelhaft.“

In diesem Fall handelte es sich um die Ausschreibung eines Daches. Im Leistungsverzeichnis fehlte die Festlegung der Entlüftung des Daches; Schutzgitter und Hinweise auf notwendige Entlüftungsöffnungen waren nicht enthalten. Die Folge waren Wasserschäden, der Architekt haftet und muss Schadensersatz für  die Mängelbeseitigung sowie die Kosten für den Gutachter und den Mietausfall tragen. Hier können leicht hohe Summen entstehen.

Zusätzlich muss der Architekt von seinem Auftraggeber für eine mangelhafte Leistung nicht vergütet werden, er muss also eine Honorarkürzung hinnehmen. Viel zu wenig werden z.B. die Hinweise in den Abschnitten 0 jeder ATV beachtet, in denen detailliert und fast checklistenartig „Hinweise für das Aufstellen der Leistungsbeschreibung gegeben“ werden.

Bild: © AndreyPopov/ iStock/ thinkstock

Autor: WEKA-BAU Redaktion 

Produkte und Veranstaltungen

Produktempfehlungen