06.02.2016

Ermittlung der Honorarzonen

Bauleitplanung – Anwendungsbereich

Wie auch in der HOAI 2009 sind in § 5 HOAI allgemeine Regelungen zur Ermittlung der Honorarzonen enthalten. Während § 2 Nr. 15 HOAI 2009 noch eine Definition der Honorarzone vorgab, war dies in § 2 HOAI 2013 nicht mehr der Fall. Die Begriffsbestimmung der „Honorarzone“ wurde als entbehrlich angesehen, da § 5 HOAI nunmehr konkretisiert wurde. Nichtsdestotrotz stellen die Honorarzonen weiterhin den Schwierigkeitsgrad eines Objekts oder einer Flächenplanung dar.

Die Honorarzone gehört zu den vier Eckpfeilern der Honorarermittlung. Denn nach § 6 Abs. 1 HOAI richtet sich das Honorar für Grundleistungen nach den anrechenbaren Kosten bzw. bei der Flächenplanung nach der Größe der Fläche, dem Leistungsbild, der Honorarzone und nach der jeweils dazugehörenden Honorartafel. Eine dem Projekt entsprechende Ermittlung der Honorarzone ist daher sehr wichtig.

Für die Einordnung in die zutreffende Honorarzone kommt es auf eine objektive Beurteilung der für die Bewertung maßgeblichen Kriterien an (BGH, Urteil vom 13.11.2003, VII ZR 362/02, BauR 2004, 354). Eine Vereinbarung beispielsweise einer zu niedrigen Honorarzone, die zu einer Unterschreitung der Mindestsätze der in Betracht kommenden zutreffenden Honorarzone führt, ist im Regelfall nicht wirksam (BGH, a.a.O.).

Zuordnung zu den Honorarzonen

Für die Zuordnung zu den Honorarzonen sind in der Verordnung folgende Regelungen enthalten:

  • Beschreibung der Honorarzonen in § 5 Abs. 1 HOAI
  • Zuordnung nach Bewertungsmerkmalen gemäß § 40 Abs. 2 bis 4 HOAI
  • Zuordnung nach Objektliste gemäß § 40 Abs. 5 HOAI

Während die inhaltliche Systematik der Bewertungsmerkmale und deren Handhabung als Punktebewertung seit Einführung der HOAI (1976) nahezu unverändert beibehalten wurden, haben die Objektlisten eine Anpassung an die Entwicklung und Schwierigkeitsgrade der Bauprojekte sowie eine veränderte Gewichtung erfahren.

Gegenüber der HOAI 2009 ist nunmehr die Zuordnung gemäß Objektliste Anlage 11, Nr. 11.2 im Sinne einer normativen Vorschrift zu berücksichtigen.

Zuordnung nach Bewertungsmerkmalen

Die seit Einführung der HOAI unveränderten fünf Bewertungsmerkmale bedürfen aufgrund unterschiedlicher Auslegungsmöglichkeiten in der Praxis einer Erläuterung.

1. Anforderungen an die Einbindung in die Umgebung

Freianlagen sind in jedem Einzelfall durch Wechselwirkungen aus dem Umfeld geprägt und nach Vorgaben der naturräumlichen, städtebaulichen, topografischen Merkmale sowie den hier zu beachtenden, örtlichen, landesgebundenen oder übergeordneten Vorschriften zu entwickeln.

Dieses Bewertungsmerkmal hat infolgedessen eine höchstmögliche Punktzahl bis zu acht Punkten.

2. Anforderungen an Schutz, Pflege und Entwicklung von Natur und Landschaft

Dieses allein für Freianlagen zutreffende Bewertungsmerkmal soll insbesondere den Anforderungen …

Die Honorarzonen bei der Objekt- und Tragwerksplanung

Gemäß § 5 Abs. 1 HOAI kann die Objekt- und Tragwerksplanung fünf Honorarzonen zugeordnet werden.

Gebäude und Innenräume – Ermittlung der Honorarzone

In § 4 HOAI wird beschrieben, dass eine Objektplanung, somit auch Leistungen bei Gebäuden und Innenräumen, einer von fünf Honorarzonen zugeordnet wird. Die Honorarzone korrespondiert dabei mit den Planungsanforderungen und dem daraus resultierenden Schwierigkeitsgrad einer Planung.

  1. Die Honorarzone I gilt bei sehr geringen Planungsanforderungen.
  2. Die Honorarzone II gilt bei geringen Planungsanforderungen.
  3. Die Honorarzone III gilt bei durchschnittlichen Planungsanforderungen.
  4. Die Honorarzone IV gilt bei überdurchschnittlichen Planungsanforderungen.
  5. Die Honorarzone V gilt bei sehr hohen Planungsanforderungen.

Gemäß § 5 Abs. 3 HOAI sind Honorarzonen anhand der Bewertungsmerkmale in den Honorarregelungen der jeweiligen Leistungsbilder der Teile 2 bis 4 zu ermitteln. Die Zurechnung zu den einzelnen Honorarzonen ist nach Maßgabe der Bewertungsmerkmale, ggf. der Bewertungspunkte und unter Berücksichtigung der Regelbeispiele in den Objektlisten vorzunehmen. Aus der Formulierung in § 5 Abs. 3 S. 2 HOAI kann eine Rangfolge bei der Bestimmung der Honorarzone abgeleitet werden: Findet sich das Objekt in der Objektliste und sind zudem die Bewertungsmerkmale einheitlich derselben Honorarzone zuzuordnen, ist die Zuordnung abgeschlossen und die Honorarzone bestimmt. Dies belegt auch die Formulierung in § 35 Abs. 5 HOAI, wonach eine Punktebewertung nur durchzuführen ist, wenn Bewertungsmerkmale aus mehreren Honorarzonen anwendbar sind.

Autor*innen: Bettina Meyn, Walter Ziser, Fritz Erhard

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