News | EnEV 21.12.2016

EnEV easy ab sofort in Kraft!

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EnEV easy

Mit Datum vom 21. Oktober 2016 haben das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) und das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) eine gemeinsame Bekanntmachung erlassen, die am 08. November 2016 im Bundesanzeiger verkündet wurde.

Die Bekanntmachung eröffnet den Anwendern die Möglichkeit, für die von ihnen zu errichtenden Wohngebäude, die nicht gekühlt werden, die Einhaltung der in § 3 EnEV festgelegten Anforderungen im Wege des sogenannten Modellgebäudeverfahrens (EnEV easy) nach dem neuen § 3 Abs. 5 in vereinfachter Form nachzuweisen. Hierbei geht der Verordnungsgeber folgendermaßen vor:

Für Gruppen von Wohngebäuden in Abschnitt 5 der EnEV und in den Anlagen 1 und 2 werden Ausstattungsvarianten beschrieben, die unter den in Abschnitt 4 definierten Anwendungsvoraussetzungen die Anforderungen nach § 3 Abs. 1, Abs. 2 und Abs. 4 der Energieeinsparungsverordnung generell erfüllen

Sofern das Modellgebäudeverfahren angewandt wird, sind im Energiebedarfsausweis diejenigen Kennwerte zu verwenden, die der Zustand treffenden Ausstattungsvariante zugewiesenen. Im Energieausweis selbst ist kenntlich zu machen, dass das Modellgebäudeverfahren bzw. die „EnEV easy“ angewandt wurde.

Vor dem Hintergrund komplexer gewordener Berechnungsregeln wurde insbesondere im Wohnungsbau die Forderung nach Vereinfachungen laut. Mit einer neuen Regelung in der geltenden Energieeinsparverordnung wurde daher für Wohngebäude eine neue Option geschaffen, in bestimmten Fällen auf rechnerische Nachweise zu verzichten.

Voraussetzung für die Anwendung der EnEV easy

Voraussetzung für die Anwendung dieses als „Modellgebäudeverfahren“ oder auch „EnEV easy“ bezeichneten Ansatzes ist allerdings das Vorliegen einer entsprechenden gemeinsamen Bekanntmachung der beiden zuständigen Bundesministerien Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) und Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB). Darin sind die „Spielregeln“ festzulegen, unter denen bei Wohnungsneubauten auf einen rechnerischen Nachweis verzichtet werden darf.

Im Begleitgutachten, wie auch in der Bekanntmachung, wurden die Wohngebäude nach Größe und Anbaugrad in Gebäudegruppen unterteilt, bei denen unter definierten Voraussetzungen die Anforderungen bei gleicher Anlagentechnik mit dem gleichen baulichen Wärmeschutzniveau erfüllt werden können.

Für diese Gebäudegruppen wurden im begleitenden Gutachten jeweils repräsentative Modellgebäude einer Nachweisrechnung unterzogen. Dabei wurde gezeigt, dass bei Vorliegen der Voraussetzungen für die jeweilige Gebäudegruppe die Vermutung gerechtfertigt ist, dass die Anforderungen ohne weiteren Nachweis erfüllt werden.

Für die Energieausweise sind dabei die in der Bekanntmachung angegebenen Berechnungsergebnisse des Modellgebäudes der jeweiligen Gruppe zu verwenden (§ 18 Absatz 1 Satz 3 EnEV 2013).

Zeitlicher Anwendungsbereich

Anforderungsstand der Bekanntmachung ist derjenige, der für Neubauten mit Bauantragsdatum ab dem 1. Januar 2016 anzuwenden ist. Die Auswahl der Anlagentechniken beschränkt sich auf solche, bei denen auch nach dem geltenden Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz kein rechnerischer Nachweis für das Gebäude zu führen.

Autor: Frank Thiele (Rechtsanwalt)