22.04.2015

Brandschutz bei Holzbauten

Holzbau und Brandschutz müssen nicht zwangsläufig einen Widerspruch darstellen. Allerdings müssen bestimmte Voraussetzungen hinsichtlich des Brandschutzes erfüllt werden. Vor allem bei mehrgeschossigen Holzbauten ist eine sorgfältige Abwägung des Für und Wider notwendig.

Holzbauten

Allgemeine Hinweise

Holzbau und Brandschutz müssen nicht zwangsläufig einen Widerspruch darstellen. Allerdings müssen bestimmte Voraussetzungen hinsichtlich des Brandschutzes erfüllt werden. Vor allem bei mehrgeschossigen Holzbauten ist eine sorgfältige Abwägung des Für und Wider notwendig.

Hinsichtlich des Brandschutzes im Holzbau gibt es verschiedene Bedenken oder vielleicht auch Vorurteile. Holz ist ein brennbarer Baustoff, was bedeutet, dass er sich nach der Entstehung eines Brands am Brandgeschehen beteiligen kann und damit auch eine Brandlast darstellt. Dies sollte bereits beim Entwurf berücksichtigt werden. Dabei ist prinzipiell zwischen der Brennbarkeit des Baustoffs und der Feuerwiderstandsdauer der Konstruktion zu unterscheiden (siehe hierzu Kapitel 6.1 bis 6.3).

Obwohl Holzbauteile aus brennbarem Material bestehen, besitzen sie doch eine Feuerwiderstandsfähigkeit, wenn der jeweilige Querschnitt ausreichend gros dimensioniert ist. Die Zündtemperatur von Holz liegt zwischen 120″ °C bis 300″ °C. Es verfugt über eine geringe Wärmeleitfähigkeit. Beim Abbrand des Holzes entsteht eine Kohleschicht. Die Schutzschicht hat eine geringere Wärmeleitfähigkeit und wirkt daher isolierend. Außerdem wird die Sauerstoffzufuhr behindert, was den weiteren Abbrand erheblich verzögert. Die Temperatur des Restquerschnitts bleibt gering und die verbleibende Holzkonstruktion weiter tragfähig.

Im Holzbau bestehen allerdings verschiedene Gefahren, die durch eine sorgfältige Planung und Ausführung verringert oder vermieden werden können.

Gefahr der Brandweiterleitung besteht z.B. über Öffnungen wie z.B. Steckdosen und Leitungsdurchbrüche. Aber auch durch Fugen und Hohl- raume kann sich ein Brand ausbreiten. Zu beachten sind auch Veränderungen, welche der Nutzer z.B. an Wanden und Decken vornehmen könnte.

Metallische Verbindungen verlieren schneller  ihre Standfestigkeit. Die Brandlast im Gebäude  steigt, je mehr Holz offen und je weniger Bekleidungen verwendet werden. Auch Fenster- oder  Türöffnungen in brennbaren Fassaden stellen ein  Risiko dar.

Man sollte also beachten, dass brennbare Baustoffe nicht automatisch zu einer Erhöhung des  Brandrisikos oder zum Verfehlen der Schutzziele  fuhren.

Als Schutzziele gelten:

  1. Personenschutz
  2. Sachschutz
  3. Objektschutz

In den Landesbauordnungen sind wesentliche  Losungen bzw. konkrete Anforderungen enthalten,

die folgende Aspekte betreffen:

  • Vorbeugung der Brandentstehung Brennbare Bauteile können bei einer Brandentstehung begünstigend wirken.
  • vorbeugende Maßnahmen zur Verhinderung  der Ausbreitung von Feuer und Rauch Wie bei allen brennbaren Baustoffen kann sich  auch über Bekleidungen und Belägen aus Holz  das Feuer weiter ausbreiten. Holz weist aber  im Brandfall eine verhältnismäßig geringe  Rauchentwicklung auf. Der Anteil toxischer  Gase, von Kohlenmonoxid und Kohlendioxid  ist im Vergleich zu anderen Werkstoffen verhältnismäßig gering. Deshalb ist Holz bei der  Entwicklung von Rauch nicht verschärfend  beteiligt.
  • Rettung der Nutzer
  • Soweit die Rettungswege gesichert sind, haben brennbare Baustoffe weder positiven noch  negativen Einfluss. In Treppenraumen notwendiger Treppen ist die Verwendung brennbarer  Baustoffe ausgeschlossen. Im Fall eines brennenden Tragwerks ist es vorteilhaft, dass eine  Holzkonstruktion nicht plötzlich versagt. Das  Versagen wird durch Verformungen und Geräusche frühzeitig angekündigt.  Bei der Planung ist zu beachten, dass eine große Hitzeentwicklung eine Rettung unmöglich  machen kann, wenn durch brennbare Baustoffe im Bereich der Angriffswege der Feuerwehr  zu hohe Brandlasten vorhanden sind.
  • Sicherstellung wirksamer Löscharbeiten Brennbare Baustoffe tragen zu einer Erhöhung  der Brandlast im Gebäude bei. Es ist aber zu  relativieren, ob und, wenn ja, ab wann eine  Konstruktion am Brandgeschehen beteiligt ist.  Tragende Holzkonstruktionen, die zusätzlich  mit nicht brennbaren Materialien bekleidet  sind, tragen in der Regel nur unwesentlich zur  Vergrößerung der Brandlast bei.

Wände

Ungünstige Situationen entstehen bei Holzkonstruktionen, die unzugängliche Hohlraume auf- weisen oder bei denen Holz in unzugänglichen Hohlraumen angeordnet ist. Befinden sich in solchen Hohlraumen weitere brennbare Baustoffe  wie z.B. brennbare Dammstoffe, Holzlatten etc.,  wird diese Situation noch weiter verschlechtert. Holzkonstruktionen können mit den geeigneten  Maßnahmen so ausgebildet werden, dass sie eine  nahezu gleichwertige Sicherheit haben wie Konstruktionen aus nichtbrennbaren Baustoffen:

  • Verwendung großformatiger Holzquerschnitte
  • Verzicht auf Hohlraume
  • Verwendung nichtbrennbarer Dammstoffe mit  einer      Schmelztemperatur“≥“1.000″°C
  • Einhausung der Querschnitte mit geeigneten  Brandschutzplatten

Raumabschließende Wände in Holztafelbauart nach DIN 4102-4

Konstruktionsmerkmale

 

 

 

Autor: Dipl. Ing. Architektin Franziska Pietryas