03.03.2017

Baubeginn und Baufertigstellung

Der Kampf mit der Bauordnung

§ 62 Abs. 3, § 72, § 83 BauO Bln

Begriff

Die nachhaltige Aufnahme von Bauarbeiten (Baubeginn) ist vor allem bei baugenehmigungspflichtigen und solchen Vorhaben von Bedeutung, die der Genehmigungsfreistellung unterliegen. Sie bezieht sich auf die Errichtung, die bauliche Änderung oder den Abbruch von Gebäuden sowie anderen baulichen Anlagen.

Bei untergeordneten Arbeiten besteht häufig Streit über den maßgeblichen Zeitpunkt des Baubeginns, vor allem, wenn es an seinen Voraussetzungen fehlt. Nicht jeder Beginn irgendwelcher Bauarbeiten gilt tatsächlich als Baubeginn. Es muss sich vielmehr um Bauarbeiten handeln, die aus objektiver Sicht auf das konkrete (genehmigte) Bauvorhaben und dessen unmittelbare Ausführung abzielen.

Danach erfasst der Baubeginn auch schon die für sich genehmigungsfreien Vorarbeiten eines genehmigungspflichtigen Bauvorhabens. So beginnen die Bauarbeiten etwa für ein genehmigungspflichtiges Gebäude nicht erst, wenn die Fundamente oder die Bodenplatte gelegt werden, sondern bereits dann, wenn der Mutterboden abgetragen wird und ein Erdaushub in einem an sich genehmigungsfreien Umfang erfolgt.

Dagegen zählen das Herrichten des Baugrundstücks, so das Fällen von Bäumen und Büschen, das Beseitigen von kleineren, unbedeutenden baulichen Anlagen sowie die Einrichtung der Baustelle (Bereitstellen von Baumaschinen, Baumaterialien usw.) noch nicht zum Baubeginn.

Ebenso wenig handelt es sich um den Baubeginn, wenn der Bauherr die Bauarbeiten nach einer Unterbrechung wieder aufnimmt.

Autor: Schütze

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