14.12.2017

Abdichtung von Innenräumen nach DIN 18533

Für die Abdichtung von Innenräumen ist im Juli 2017 die neue Normenreihe DIN 18534 „Abdichtung von Innenräumen“ in Kraft getreten. Der Entwurf der DIN 18534 mit Ausgabedatum Juli 2015 wurde zurückgezogen.

abdichtung von innenräumen

Die wichtigsten Änderungen in der Übersicht

Die bisherigen Regelungen zur Abdichtung von Innenräumen waren im Teil 5 der DIN 18195 sowie den mitgeltenden Teilen 1 bis 3 sowie 7 bis 10 enthalten.

Die DIN 18534 gilt für die Planung und Ausführung von Abdichtungen für Boden- und Wandflächen in Innenräumen mit bahnenförmigen Abdichtungsstoffen sowie flüssig aufzubringenden Stoffen in den Anwendungsbereichen Neubau und Instandhaltung. Sie gilt in allen nachfolgend beschriebenen Anwendungsbereichen, in denen mit einer maximalen Anstauhöhe von Brauch- und Reinigungswasser von bis zu 10 cm zu rechnen ist.

In den Anwendungsbereich der Norm fallen wasserbeanspruchte Flächen  in Innenräumen, z.B. bei Bädern, Küchen, Nasszellen (Duschen), generell Bodenflächen mit Ablauf sowie Produktionsflächen und gewerblich genutzte Flächen. Ebenfalls nach der DIN 18534 abgedichtet werden können Bodenflächen von Kleingaragen, da sie zu den untergeordneten Verkehrsflächen zählen.

Nicht in den Anwendungsbereich der Norm fallen wasserabweisende Anstriche, Beschichtungen und Beläge, vorgefertigte Elemente, z.B. Duschen und Nasszellen, wenn sie nicht nach dieser Norm abgedichtet werden sollen, wasserundurchlässige Bauteile etc.

Die DIN 18534 besteht aus folgenden Teilen:
– Teil 1: Anforderungen, Planungs- und Ausführungsgrundsätze
– Teil 2: Abdichtung mit bahnenförmigen Abdichtungsstoffen
– Teil 3: Abdichtung mit flüssig zu verarbeitenden Abdichtungsstoffen im Verbund mit Fliesen und Platten (AIV-F)
– Teil 4: Abdichtung mit Gussasphalt oder Asphaltmastix
– Teil 5: Abdichtung mit bahnenförmigen Abdichtungsstoffen im Verbund mit Fliesen und Platten (AIV-B)
– Teil 6: Abdichtung mit plattenförmigen Abdichtungsstoffen im Verbund mit Fliesen und Platten (AIV-P)

Neu aufzunehmende Stoffe

Eine der Zielsetzungen der Neunormierung von Abdichtungen war es, neue Stoffe sowie auch Bauarten in die Norm aufzunehmen zu können, wenn sie sich bewährt haben. Neu aufgenommen in die DIN 18534 wurden z.B.:

  • Abdichtungen mit flüssigen Abdichtungsstoffen im Verbund mit Fliesen und Platten.

Aufnahme alternativer Abdichtungsbauarten

Die neue DIN 18534 spiegelt die zeitgemäße Baupraxis in Bezug auf die Aufnahme alternativer Verbundabdichtungen mit Fliesen und Platten für die Innenraumabdichtungen wider, die in der Normenreihe DIN 18195 nicht enthalten waren. Die aus dem ZDB-Merkblatt für Verbundabdichtungen bekannten und bewährten, flüssig zu verarbeitenden Verbundabdichtungssysteme (AIV-F) mit Nutz- und Schutzschicht aus Fliesen und Platten sind erstmals in die Norm (Teil 3) aufgenommen worden.

Generell sind flüssig zu verarbeitende Abdichtungsstoffe in mindestens zwei Lagen bzw. Arbeitsgängen aufzubringen. In der Norm werden Mindesttrockenschichtdicken vorgegeben. Die Einhaltung der Mindestwerte erfolgt durch eine Verbrauchsmengenkontrolle oder durch eine Nassschichtmessung. Bei der Wassereinwirkungsklasse W3-I ist die Prüfung zu dokumentieren.

Abdichtungsbauarten

Der Begriff „Nassraum“ wird nicht mehr durch die Notwendigkeit eines Bodenablaufes definiert, sondern ist vielmehr von der zu erwartenden Wassereinwirkung und der geplanten Raumnutzung abhängig. Neu sind die Anforderungen an Abdichtungen über Dämmstoff-Untergründen, Lastverteilungsschichten und Nutzschichten anhand drei verschiedener Abdichtungsbauweisen:

  • die tieferliegende Abdichtung auf dem Konstruktionsgrund mit darüber liegender Dämm- und Lastverteilungsschicht
  • die obenliegende Verbundabdichtung auf der Lastverteilungsschicht (z. B. Estrich, Putz oder Trockenbau) unter Fliesen und Platten
  • Kombination aus den beiden vorgenannten Abdichtungsbauweisen.

Auswahl der Abdichtungsbauarten

Die Auswahl der Abdichtung erfolgt hierbei grundsätzlich aus den Einwirkungsklassen des Wassers (W1-I gering bis W3-I sehr hoch) auf die Abdichtung. Weiter für die Auswahl zu berücksichtigen sind die Rissklassen (R1-I bis R3-I).

Im informativen Anhang A der DIN 18534 werden Beispiele für die Zuordnung von Flächen zu den Einwirkungsklassen gegeben, im informativen Anhang B sind Kriterien für die Auswahl von Abdichtungsbauarten zusammengestellt.

Instandhaltung

Ergänzt wird die DIN 18534 durch Regelungen zur Instandhaltung von Abdichtungen, um eine langfristige Nutzbarkeit des entsprechenden Bauteils zu ermöglichen. Es wird empfohlen, regelmäßige Inspektionen, Wartungen und damit verbundene Instandsetzungen durchzuführen, die möglichst vertraglich vereinbart werden sollten. Generell obliegt die Instandhaltung dem Nutzer.

Autor: Petra Derler