17.12.2018

Sicher schweißen mit Thorium

Thorium ist ein radioaktiver Stoff, der in Wolframelektroden enthalten ist. Diese Elektroden werden beim Wolfram-Inertgasschweißen (WIG-Schweißen) verwendet. Die innere Exposition mit Alpha-Strahlung kann Körper und Gene negativ beeinflussen, weshalb die Beschäftigten hier besonders zu schützen sind. Die DGUV Information 209-049 zeigt, wie die Exposition zu berechnen ist und welche Schutzmaßnahmen entwickelt werden müssen.

WIG-Schweißen

Die DGUV Information 209-049 beschreibt Schutzmaßnahmen, um die Arbeitssicherheit beim Schweißen mit thoriumoxidhaltigen Wolframelektroden (WIG-Schweißen) zu gewährleisten und die Gefährdungen zu minimieren, die beim WIG-Schweißen entstehen.

Eigenschaften von Thorium

Thorium zeichnet sich vor allem durch seine Alpha-Strahlung aus. Bei Einatmung oder Verschlucken ist die biologische Wirksamkeit hoch. Deshalb sind Schweißrauche oder Schleifstäube beim Schweißen und Anschleifen besonders gefährlich und führen zu einer inneren Strahlenexposition.

Das Thorium lagert sich dabei bevorzugt in den Knochen ab. Dort kann die Alpha-Strahlung Knochenhaut und Knochenmark schädigen. Die Lunge und die Leber können nach Inhalation von Thoriumoxid ebenfalls eine nennenswerte Strahlenexposition erhalten. Zusätzlich hat Thorium eine äußere Strahlenexposition, weil sowohl bei der Lagerung der Wolframelektroden als auch bei den Zerfallsprodukten Beta- und Gamma-Strahlung auftreten.

Exposition abschätzen

Eine wesentliche Einflussgröße für die Strahlenexposition ist das zeitliche Ausmaß der Arbeiten mit Wolframelektroden. Ermitteln Sie, wie oft Elektroden angeschliffen werden und wie viele Stunden pro Jahr mit den thorierten Elektroden geschweißt wird.

Auch die Anteile des Thoriumoxids in der Elektrode beeinflussen die Höhe der Exposition bei deren Verwendung. Die Exposition beim Schweißen ist nach DGUV Information 209-049 ein Schichtmittelwert, in dem Rüstzeiten enthalten sind.

Mit diesen Angaben kann die geforderte Abschätzung der jährlichen Exposition erfolgen. Ergibt die Abschätzung eine effektive Jahresdosis oberhalb von 6 mSv, ist die individuelle Exposition durch personenbezogene Messungen zu ermitteln.

Schutzmaßnahmen prüfen

Anwender sind verpflichtet, die Wirksamkeit von Schutzmaßnahmen in regelmäßigen Abständen zu überprüfen. Erläuterungen liefert die Technische Regel „Schweißtechnische Arbeiten“ (TRGS 528).

Schutzmaßnahmen entwickeln

Prüfen Sie, ob sich die thoriumoxidhaltigen Wolframelektroden substituieren lassen. Ist dies nicht möglich, erfassen Sie sowohl beim Anschleifen der Elektroden als auch beim Schweißen die Emissionen an der Entstehungsstelle und lassen
Sie sie mit geeigneten (geprüften) Einrichtungen abscheiden. Die Beschäftigten können sich auch selbst schützen, indem sie beim Schweißen konsequent eine Körperhaltung einnehmen, bei der der Atembereich vom Bereich der freigesetzten Schadstoffe ferngehalten wird.

Autor: Markus Horn