28.09.2021

Weitere Änderungen von Anhang XVII der REACH-Verordnung

Der mit Abstand am häufigsten geänderte und ergänzte Teil der REACH-Verordnung: Anhang XVII „Beschränkungen der Herstellung, des Inverkehrbringens und der Verwendung bestimmter gefährlicher Stoffe, Gemische und Erzeugnisse“. Informieren Sie sich hier über alle Neuerungen.

Weißes Pulver

Die Europäische Kommission hat am 4. August 2021 mit der EU-Verordnung 2021/1297 erneut Änderungen in Anhang XVII der REACH-Verordnung vorgenommen. In diesem Anhang werden für bestimmte gefährlichen Stoffe, Stoffgruppen und Zubereitungen jeweils spezifische Beschränkungen hinsichtlich des Inverkehrbringens und der Verwendung festgelegt.

Geändert wird Eintrag Nr. 68, der Beschränkungen für lineare und verzweigte perfluorierte Carbonsäuren mit 9 bis 14 Kohlenstoffatomen in der Kette (C9-C14-PFCA), ihrer Salze und C9-C14-PFCA-verwandter Stoffe enthält. Diese dürfen ab dem 25. Februar 2023 nicht mehr als Stoffe selbst hergestellt oder in Verkehr gebracht werden.

Das Verwenden und Inverkehrbringen dieser Carbonsäuren ist ab diesem Zeitpunkt auch dann verboten, wenn sie als Bestandteil eines anderen Stoffs, in einem Gemisch oder in einem Erzeugnis enthalten sind, es sei denn die Konzentration im Stoff, im Gemisch oder in dem Erzeugnis beträgt weniger als 25 ppb für die Summe der C9-C14-PFCA und ihrer Salze oder 260 ppb für die Summe der C9-C14-PFCA-verwandten Stoffe. Eintrag Nr. 68 legt zudem zahlreiche Ausnahmen von diesem Verbot fest.

Die Europäische Kommission begründet das Verbot insbesondere damit (Erwägungsgrund 1), dass diese Stoffe in der EU hauptsächlich als unbeabsichtigte Nebenprodukte bei der Herstellung perfluorierter und polyfluorierter Stoffe mit einer Kohlenstoffkette von weniger als neun Kohlenstoffatomen wie Perfluoroctansäure (PFOA) entstünden. Darüber hinaus sei es für Unternehmen möglich, die Verwendung von C9-C14-PFCA, ihren Salzen und C9-C14-PFCA-verwandten Stoffen in Zukunft als Ersatz für PFOA in Betracht ziehen, insbesondere nach Inkrafttreten der unionsrechtlichen Beschränkungen für PFOA. Daher müsse verhindert werden, dass eine mögliche künftige Herstellung und Verwendung zu einer Zunahme der Freisetzungen in die Umwelt führe.

Autor: Anke Schumacher