07.04.2016

Arbeits- und Wegeunfall – wann gilt der Versicherungsschutz?

Handbandagae

Unter dem Begriff Wegeunfall versteht man einen versicherten Unfall, der sich auf dem unmittelbaren Weg von der Wohnung eines Versicherten zu einer versicherten Tätigkeit oder auf dem unmittelbaren Rückweg von der versicherten Tätigkeit zur Wohnung ereignet. Arbeits- und Wegeunfälle werden in § 8 des Sozialgesetzbuchs VII definiert. Dort wird auch geregelt, was der „unmittelbare Weg“ beinhaltet und wann Versicherungsschutz besteht.

Der unmittelbare Weg

Im SGB VII wird in § 8 der Versicherungsschutz für Unfälle am Arbeitsplatz geregelt. Diese sogenannten Arbeitsunfälle setzen eine „versicherte Tätigkeit“ voraus. Zu den versicherten Tätigkeiten gehört gemäß Absatz 2 derselben Vorschrift auch das Zurücklegen des unmittelbaren Wegs nach und von dem Ort der Tätigkeit. Doch wie genau wird der unmittelbare Weg definiert?

Unmittelbar bedeutet nicht, dass der kürzeste Weg zu einer versicherten Tätigkeit genommen werden muss, was beispielsweise beim Benutzen öffentlicher Verkehrsmittel nicht möglich wäre. Auch gibt es keine Beschränkung, die ein bestimmtes Verkehrsmittel für den ganzen Weg oder Teile des Wegs vorschreibt. Der Weg zu einer versicherten Tätigkeit beginnt mit dem Verlassen der Wohnung und endet mit dem Betreten des Betriebsgeländes.

Umwege sind nur in Ausnahmefällen versichert, beispielsweise bei Fahrgemeinschaften oder um Kinder während der Arbeitszeit in fremde Obhut zu geben (Kindergarten, Schule). Darüber hinaus sind Umwege versichert, wenn durch Baustellen oder Umleitungen ein anderer Weg benutzt werden muss oder sich durch einen längeren Weg der Arbeitsplatz schneller erreichen lässt. Bei Unterbrechungen von mehr als zwei Stunden erlischt der Versicherungsschutz automatisch für den Rest des Wegs. Auch größere Umwege oder Abwege können dazu führen, dass der Zusammenhang zwischen Weg und versicherter Tätigkeit aufgelöst wird und somit kein Versicherungsschutz besteht. Die Entscheidung hängt jedoch stark von den Faktoren der jeweiligen Situation ab.

Kein Versicherungsschutz bei Alkohol-, Drogen- und Medikamentenmissbrauch

Eindeutiger ist die Rechtslage, wenn der Versicherte auf dem Weg zur Arbeit nachweislich unter dem Einfluss von Drogen, Alkohol oder Medikamenten stand und der Unfall maßgeblich aus daraus resultierender Fahruntüchtigkeit zustande kam. In diesem Fall besteht kein Versicherungsschutz. Dies gilt auch für Fußgänger und Radfahrer.

Autor: WEKA Redaktion