Fachbeitrag | Informieren und Recht
12.01.2015

Was macht eine gute Führungskraft aus?

„Chef werden ist nicht schwer, Chef sein dagegen sehr“, könnte man frei nach Wilhelm Busch sagen. Nicht jeder bringt von Haus aus Führungsqualitäten mit. Doch eine gute Zusammenarbeit zwischen Vorgesetztem und Team ist für den Erfolg eines Unternehmens unerlässlich. Wir verraten Ihnen, was einen guten Chef ausmacht.

Führungskraft© Digital Vision /​ Thinkstock

Führungsqualitäten: eine Sache der Kommunikation

Eine klare Kommunikation ist das A und O für eine gute Zusammenarbeit zwischen Vorgesetztem und Team. Dazu gehört auch, dass Ihre Mitarbeiter Sie jederzeit sprechen können. Achten Sie darauf, dass Sie mit Ihren Mitarbeitern auf Augenhöhe kommunizieren. Das ist ganz wörtlich gemeint: Setzen Sie sich bei wichtigen Gesprächen beide hin, sodass Sie nicht „von oben herab“ mit Ihrem Mitarbeiter sprechen. Zu einer klaren Kommunikation gehört ebenso ein faires Feedback, und zwar nicht nur im Jahresgespräch, sondern zeitnah und kontinuierlich.

Ein guter Chef setzt klare Ziele

Ein Vorgesetzter mit Führungsqualitäten gibt seinen Mitarbeitern eine klare Richtung vor. Er erklärt ihnen, warum ein bestimmter Weg eingeschlagen wird und welchen Beitrag der Einzelne leisten kann, um das Ziel zu erreichen. Im Idealfall beschreibt er das Ziel so gut, dass die Mitarbeiter ihren Weg von selbst finden. Lassen Sie Ihre Mitarbeiter das Ziel mit eigenen Worten erklären. So erkennen Sie, ob sie das Ziel verstanden haben oder ob Ihre Erklärungen noch verständlicher werden müssen. Legen Sie zusammen mit den Mitarbeitern Etappenziele fest und einigen Sie sich auf konkrete Termine, zu denen diese Ziele erreicht sein sollten.

Transparenz: eine wichtige Führungsqualität

Bei bedeutenden Entscheidungen – zum Beispiel Beförderungen oder Bonuszahlungen – legt ein Chef mit Führungsqualitäten die Kriterien offen, die zu seiner Entscheidung geführt haben. So verhindert er Unstimmigkeiten im Team. Voraussetzung ist hier natürlich, dass der Vorgesetzte seine Entscheidungen auch wirklich objektiv fällt und nicht etwa bestimmte Lieblinge begünstigt. Lassen Sie sich nicht von Ihren Sympathien leiten, sondern seien Sie fair gegenüber allen Ihren Mitarbeitern. Dazu gehört auch, alle Ideen des Teams zu prüfen und dann zu entscheiden, was umgesetzt werden kann.

Ein guter Chef ist ein Teamplayer

Der Chef ist zwar Chef, aber ohne Team ist er kein Chef. Daher muss ein Vorgesetzter immer auch ein guter Teamplayer sein. Dazu gehört auch, nicht alles selbst erledigen zu wollen, sondern Aufgaben delegieren zu können. Ein guter Vorgesetzter kennt die Stärken und Schwächen seiner Teammitglieder und weiß daher, wer für welche Aufgaben passend ist. Als Teamplayer stellen Sie sich vor Ihr Team und nehmen Ihre Mitarbeiter in Schutz, wenn einmal ein Fehler passiert. Zudem sind Sie ehrlich gegenüber Ihren Mitarbeitern. Dazu gehört auch, schlechte Nachrichten sofort weiterzugeben.

Bleiben Sie als Chef authentisch!

Auch ein Chef hat eine Persönlichkeit. Bleiben Sie sich selbst treu, auch wenn Sie nun plötzlich Vorgesetzter sind. Sind Sie eher als fröhlicher und aufgeschlossener Mensch bekannt, so sollten Sie als Chef nicht auf einmal streng werden. Und wenn Sie privat sonst eher zurückhaltend sind, sollten Sie nicht plötzlich mit Ihren Mitarbeitern kegeln gehen, nur um sich gut mit ihnen zu stellen. Bleiben Sie, wer Sie sind, denn Sie sind als Chef kein anderer Mensch – Sie haben nur eine andere Verantwortung.

Führungsqualität Empathie

Ein guter Vorgesetzter kennt sein Team und die Bedürfnisse seiner Mitarbeiter. Für ihre Sorgen und Nöte hat er ein offenes Ohr. Zudem erkennt er, welches Potenzial seine Mitarbeiter mitbringen und fördert sie entsprechend. Damit zeigen Sie Ihre Wertschätzung gegenüber Ihrem Team – und das motiviert Ihre Mitarbeiter ungemein.

Ein guter Chef ist tolerant gegenüber Fehlern

Wer arbeitet, macht auch Fehler – dies sollte einem Vorgesetzten immer bewusst sein. Daher gestaltet er in seinem Team die Rahmenbedingungen frei von Angst und Druck. Denn wenn ein Mitarbeiter einen Fehler begeht und dann aus Angst vor den Konsequenzen versucht, den Fehler zu vertuschen, wird der Schaden oft noch größer. Ein guter Vorgesetzter darf und muss durchaus Kritik üben. Dabei sollte er jedoch bei sich bleiben und nicht den Mitarbeiter verurteilen oder persönlich angreifen. Versuchen Sie, herauszufinden, was zu dem Fehler geführt hat. Können Sie Ihrem Mitarbeiter helfen, sich so weiterzuentwickeln, dass ihm solche Fehler in Zukunft nicht noch einmal passieren? Sehen Sie Fehler als etwas, aus dem man lernen kann, denn Schaden macht bekanntlich klug.

Bauen Sie als Chef Vertrauen auf!

Für eine gute Zusammenarbeit zwischen einer Führungskraft und ihrem Team ist Vertrauen unerlässlich – und zwar von beiden Seiten. Das Team muss sicher sein können, dass sein Vorgesetzter zu ihm hält und ihm nicht in den Rücken fällt. Der Chef dagegen muss den Fähigkeiten seines Teams vertrauen. Kontrollieren Sie nicht jeden Arbeitsschritt der Mitarbeiter, damit nur ja kein Fehler passiert. Dieser Mangel an Vertrauen demotiviert das Team – und das wirkt sich dann wirklich auf seine Arbeitsleistung aus.

Autor: Birgit Adam 

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