Fachbeitrag | Informieren und Recht
12.01.2015

Was bringt Betriebssport wirklich?

Einige Unternehmen haben sogar einen betriebseigenen Fitness-Raum, aber Ihre Geschäftsleitung hält Sport für ein reines Privatvergnügen? Informieren Sie Ihr Management über die positiven Auswirkungen von Betriebssport als Teil der betrieblichen Gesundheitsförderung.

Betriebssport© ajkkafe /​ iStock /​ Thinkstock

Dazu gibt es mehrere Studien, allerdings mit unterschiedlichen Ergebnissen.

Betriebssport bei Gardeur

„Aus meiner eigenen Erfahrung weiß ich, dass Betriebssport nicht nur die Gesundheit verbessert, sondern auch die Motivation und den Zusammenhalt der Belegschaft erhöht. Letztlich profitieren also beide Seiten – die Mitarbeiter und das Unternehmen“, so der CEO des Modeherstellers Gardeur GmbH.

Das Unternehmen mit rund 1.600 Mitarbeitern bietet seinen Beschäftigten seit Oktober 2011 ein umfangreiches und kostenfreies Sportprogramm zur Gesundheitsförderung. Pro Woche finden zwischen sechs bis sieben Trainingseinheiten statt – von Entspannungskursen wie Yoga und Pilates über Power Workout bis zu Fußball.

Betriebssport = Gesundheitsförderung + Unternehmensförderung

Gardeur ist kein Einzelfall. Viele Unternehmen haben den Wert von Betriebssport für die betriebliche Gesundheitsförderung bei den Beschäftigten und für das Unternehmen selbst erkannt.

„Betriebssport steigert nicht nur Lebensfreude, Gesundheit und Leistungsfähigkeit“, so ein Vertreter des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT). Gemeinsame sportliche Aktivitäten würden die zwischenmenschlichen Beziehungen und den Teamgeist stärken, das sei bei den Lauftreffs deutlich spürbar gewesen und erzeuge letztlich ein gutes Arbeitsklima, das man für den Erfolg benötige.

Stellt sich die Frage nach den Vorteilen des Betriebssports also gar nicht?

Studien zeigen kein eindeutiges Ergebnis

Wer Argumente sucht, warum man als Unternehmen keinen Betriebssport anbietet, findet auch hierzu etwas: So besagt zum Beispiel eine Studie der Pennsylvania State University zum Thema „Was Arbeitgeber für Nachwuchstalente attraktiv macht“, dass das Angebot von Betriebssport eher kein ausschlaggebender Faktor bei der Suche nach dem richtigen Arbeitgeber sei.

Die wissenschaftliche Untersuchung „Eine explorative Studie zur betrieblichen Gesundheitsförderung – Auswirkungen von Betriebssport auf das Betriebsklima, die Unternehmensidentifikation und das subjektive Wohlbefinden der Teilnehmer“ kommt unter anderem zu dem Ergebnis, dass

„die von Unternehmensleitungen erhofften und in der Literatur vielfach diskutierten positiven Auswirkungen des Betriebssports auf das Arbeitsumfeld und damit indirekt auf die Leistungssteigerung der einzelnen Mitarbeiter und betriebsökonomischen und sozialpolitischen Belange des Betriebs, in dieser explorativen Untersuchung nicht bestätigt werden konnten.“

So unterschied sich zum Beispiel das subjektive Gesundheitsbefinden zwischen der Gruppe der Betriebssportler und denjenigen Mitarbeitern, die nicht am Betriebssportangebot teilgenommen haben, nicht signifikant.

Betriebliche Gesundheitsförderung in den Fokus

Wenn nun die Geschäftsleitung Ihres Unternehmens Betriebssport nicht als sinnvolle Maßnahme der betrieblichen Gesundheitsförderung betrachtet, da zum Beispiel Studien zeigen, dass Nachwuchstalente kein großes Interesse daran haben, sollten Sie aus Sicht des Arbeitsschutzes die gesundheitlichen Vorteile betonen, den Betriebssport zum Beispiel als Ausgleich zur vorwiegend sitzenden Tätigkeit und als Anregung für sportliche Maßnahmen in der Freizeit bietet.

Ihr Betrieb profitiert in jedem Fall davon, wenn die Beschäftigten etwas für ihre Gesundheit tun.

Betriebssport richtig organisieren

Wichtig ist, dass Ihr Betrieb den Betriebssport richtig organisiert:

  1. Den Bedarf und die Bedürfnisse der Beschäftigten analysieren und berücksichtigen,
  2. Kurse anbieten, die die Beschäftigten tatsächlich interessieren und
  3. Kurstermine häufig anbieten, um einen Trainingseffekt zu erzielen.

Hilfestellung bietet ebenfalls die Broschüre „Betriebssport in kleinen und mittleren Unternehmen ein-, durch- und weiterführen“ der Initiative Gesundheit & Arbeit.

Autor: Oliver Schonschek

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