Fachbeitrag | Organisation und Dokumentation 06.06.2017

Wie Verhaltensprävention Ihr Gesundheitsmanagement erfolgreich macht

Der Dreh- und Angelpunkt eines modernen Betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) sollte heute die Verhaltensprävention sein. Dazu muss die Eigenverantwortung der Mitarbeiter so gestärkt werden, dass sie die Regeln und Vorschriften für sicheres und gesundes Arbeiten „von allein“, also ohne ständige Überwachung und Kontrolle einhalten. Dazu gehört nicht zuletzt, das nötige Wissen zu vermitteln.

Verhaltensprävention ist im Betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM) eine zentrale Stellschraube. Um Verhaltensänderungen zu erreichen, müssen Sie auf Maßnahmen setzen, die von den Mitarbeitern auch wirklich akzeptiert werden. Nur damit werden Sie das Interesse an Unterweisungen, Gesundheitszirkeln und einschlägigen Umfragen steigern und für eine bessere Beteiligung sorgen können.

So erreichen Sie Verhaltensänderung

Für Verhaltensänderungen braucht es Maßnahmen, die bei den Mitarbeitern Akzeptanz finden:

  1. Es muss einen direkten Bezug zur Tätigkeit geben.
  2. Der klare Nutzen für die eigene Gesundheit muss erkennbar sein.
  3. Die zeitliche Beanspruchung muss gering bleiben.
  4. Ihre Kommunikation muss immer zielgruppengerecht sein.
  5. Wichtig sind außerdem schnelle Umsetzbarkeit und schneller Nutzen.

Gute Vernetzung ist wichtig

Sie sparen viel Zeit und finanzielle Mittel, wenn die zahlreichen Akteure im Betrieblichen Gesundheitsmanagement konsequent an einem Strang ziehen. Denn nur gute Vernetzung ermöglicht ein effizientes arbeitsteiliges Vorgehen. Damit sind nicht nur die direkt im BGM Aktiven gemeint, also die Beauftragten, die Personalabteilung, das Mitbestimmungsorgan und der Betriebsarzt, sondern auch die Führungskräfte.

Der Part der Führungskräfte besteht darin, mit ihrer Autorität und mit der Einbeziehung gesundheitlicher Aspekte in die Zielvereinbarungen direkt Einfluss auf das Arbeitsverhalten der Arbeitnehmer zu nehmen. So kann ein starker Anreiz zur Verhaltensänderung gesetzt werden.

Reine Information muss zu umsetzbarem Know-how werden

Je mehr Wissen über gesundheitliche Gefahren im Unternehmen vorhanden ist, desto besser kann das BGM die Arbeitnehmer vor Gefährdungen und Unfällen bewahren. Prüfen Sie deshalb, ob die Beauftragten mehr Fortbildungen besuchen oder Berater ins Haus kommen lassen sollten. Die Wahl der Themen richtet sich natürlich konkret nach vorhandenen Gefahren und bestehenden Defiziten.

Nutzen Sie aber vor allem auch das Wissen, das die Arbeitnehmer selbst besitzen: Hier können Beauftragte z. B. durch vermehrte Gesundheitszirkel oder – mit geringerem Aufwand – durch Befragungen wertvolle Erkenntnisse gewinnen.

Wesentlich für breite und dauerhafte Wirkung: Weitergabe des vorhandenen Know-hows

Aufgabe der Beauftragten ist es, die verfügbaren Informationen in die Gefährdungsbeurteilungen einfließen zu lassen und die Mitarbeiter durch Unterweisungen mit dem notwendigen Know-how zu versorgen.

Eine besondere Form der Weitergabe von Know-how stellt gleichzeitig eine Kontrolle dar: die Begehung von Arbeitsplätzen. Hier kann geprüft werden, ob die in den Unterweisungen und/oder Betriebsanweisungen vorgegebenen Sicherheits- und Gesundheitsstandards eingehalten werden. Daneben lässt sich durch direkte Beratung der Arbeitnehmer vor Ort in Sachen Sicherheit nachschulen.

Autor: Markus Horn