News | Informieren und Recht 10.04.2017

Das verlangt die geänderte TRGS 504 „Tätigkeiten mit Exposition gegenüber A- und E-Staub“

Die neue TRGS 504 "Tätigkeiten mit Exposition gegenüber A- und E-Staub" stellt eine der Änderungen bei bestimmten Technischen Regelwerken Gefahrstoffe (TRGS) dar, die die Bundesanstalt für Arbeit nun veröffentlicht hat. Sie soll Beschäftigte und anderer Personen bei Tätigkeiten schützen, bei denen eine Exposition gegenüber einatembarem (E-Fraktion) und alveolengängigem (A-Fraktion) Staub auftreten kann.

Das neue Ziel, das die TRGS 504 vorgibt, ist anspruchsvoll: einen AGW von nur noch 1,25 mg/m³ A-Staub in staubbelasteten Arbeitsumgebungen zu realisieren.

Die TRGS 504 nennt insgesamt 5 aufeinander aufbauende Maßnahmenkomplexe, mit deren Hilfe die Unternehmen die neuen AGW erreichen können:

Die wichtigste Maßnahme laut TRGS 504: Staub gar nicht erst entstehen lassen

Wo kein Staub, da auch keine Exposition. Deshalb steht an erster Stelle die Frage, ob sich durch Änderung des Arbeitsverfahrens oder andere Einsatzstoffe das Auftreten von Staub verhindern lässt. Oder ob es zumindest minimiert werden kann.

Umsetzungstipp: Achten Sie schon bei der Auswahl von Materialien, Arbeitsverfahren, Maschinen und Geräten unbedingt darauf, dass bei ihrer Nutzung möglichst wenig Staub entsteht oder freigesetzt wird. Zum Beispiel können befeuchtete Materialien, nasses Reinigen und die Verwendung von Spachtelmassen dazu beitragen, Staubfreisetzungen vermeiden.

An zweiter Stelle: Schutz durch Technik

Technisch ist die Kapselung von Maschinen und Anlagen besonders wirkungsvoll. Ist das nicht möglich, können Absaugungen bei der Staubquelle die Freisetzung verhindern.

Umsetzungstipp: Moderne Luftraumtechniken und regelmäßige Raumbelüftung bringen hohe Luftwechselraten. Sinnvoll sind oft auch Arbeitsplatzlüftungen, mit denen die Stäube gerichtet vom Bediener weggeführt werden können.

Priorität drei: Die Organisation verbessern

Auch die Arbeitsorganisation bietet zahlreiche Ansatzpunkte, mit denen sich die Staubbelastung reduzieren lässt:

  • Räume, in denen relativ viel Staub entsteht, sollen von anderen Räumlichkeiten abgetrennt sein.
  • In den stark staubbelasteten Räumen sollen sich nur diejenigen aufhalten, die für die Ausführung von Tätigkeiten notwendig sind.
  • Tätigkeiten, die keinen Staub verursachen, sollen in diesen Räumen nicht durchgeführt werden.
  • Arbeitnehmer sollen sich dort nur so lange aufhalten, wie es für die Arbeiten erforderlich ist. Hilfreich sind getrennte Aufbewahrungsmöglichkeiten für Arbeits- und Straßenkleidung.

Vierter Schritt: Arbeitnehmer schützen

Arbeitgeber müssen den betroffenen Arbeitnehmern geeignete persönliche Schutzausrüstungen (PSA), insbesondere Atemschutzgeräte, zur Verfügung stellen. Die Arbeitnehmer wiederum sind verpflichtet, gemäß einer Betriebsanweisung und den Vorgaben der Unterweisung die PSA zu nutzen.

Umsetzungstipp: PSA dürfen nur dann eine Dauermaßnahme sein, wenn es sich um Filtergeräte mit Gebläseunterstützung sowie Frischluft- und Druckluftschlauchgeräte mit Haube oder Helm handelt. Alle anderen Atemschutzgeräte gelten als belastend und dürfen nur vorübergehend eingesetzt werden!

Zu guter Letzt tätigkeitsbezogene Maßnahmen, um Staubbelastung zu reduzieren:

  • Staubende Materialien sollen nach Möglichkeit in geschlossenen Systemen gelagert werden (Silos, Säcke, abgedeckte Container).
  • Wenn diese Materialien gelagert oder bewegt werden müssen, sollen sie feucht gehalten, abgedeckt und gegen Luftbewegungen, die den Staub aufwirbeln können, gesichert werden.
  • Wo möglich, sind Einhausungen anzubringen. Sonst sollen Absauganlagen installiert werden.

Wie ist das mit dem Übergangszeitraum?

Achtung: Der vom Gesetzgeber für die Umsetzung der TRGS 504 gewährte Übergangszeitraum bis 31.12.2018 bedeutet nicht, dass bis dahin bei A-Stäuben einfach der bisherige Grenzwert von 3 mg/m³ weiter angewendet werden darf.

Vielmehr muss jedes Unternehmen, das den Übergangszeitraum in Anspruch nehmen will, einige grundlegende Voraussetzungen erfüllen:

  • Es muss der Nachweis erbracht werden, dass das Unternehmen mindestens die technischen Schutzmaßnahmen nach den branchenüblichen Verfahrens- und Betriebsweisen anwendet, um die Arbeitnehmer zu schützen.
  • Es muss ein Maßnahmenkonzept vorliegen, das im Einzelnen zeigt, wie der neue Grenzwert erreicht werden soll.

Außerdem muss es eine aktuelle Gefährdungsbeurteilung geben und die Vorgaben der Gefahrstoffverordnung müssen umgesetzt sein. Atemschutz muss der Arbeitgeber zur Verfügung stellen und die Arbeitnehmer müssen unterwiesen sein.

Autor: Markus Horn