15.12.2016

TRGS 220 „Sicherheitsdatenblatt“ neu gefasst

Der Ausschuss für Gefahrstoffe (AGS) hat am 14. und 15. November 2016 die Technische Regel für Gefahrstoffe 220 (TRGS 220) neu gefasst und weitere Technische Regeln geändert und ergänzt:

Moleküle

Der Ausschuss für Gefahrstoffe hat im November die neue TRGS 220 „Sicherheitsdatenblatt“ verabschiedet. Die frühere BekGS 220 „Sicherheitsdatenblatt“ war im Sommer 2015 aufgehoben worden.

TRGS 220 und BekGS 220

Die frühere BekGS 220 diente insbesondere der Konkretisierung nationaler Besonderheiten bei der Erstellung von Sicherheitsdatenblättern; bisher wurde allerdings noch kein nationales Regelwerk veröffentlicht, das auf die CLP-Einstufung zurückgreift, wie etwa eine neue Chemikalien-Verbotsverordnung, Störfallverordnung, AwSV usw.

Da in Abschnitt 15 des Sicherheitsdatenblattes  hierauf Bezug genommen werden soll, war eine Bearbeitung und Veröffentlichung einer entsprechend neu gefassten BekGS/TRGS 220 erst zu einem späteren Zeitpunkt in sinnvoller Weise möglich.

Nachdem nun einige der vorgenannten nationalen Regelungen kurz vor dem Abschluss der Beratungen standen, konnte eine neue TRGS 220 „Sicherheitsdatenblatt“ verabschiedet werden.

Weitere Änderungen und Ergänzungen

Die Technischen Regeln

  • TRGS 201 „Einstufung und Kennzeichnung bei Tätigkeiten mit Gefahrstoffen“ vom Oktober 2011,
  • TRGS 555 „Betriebsanweisung und Information der Beschäftigten“ vom Januar 2013 und die
  • TRGS 617 „Ersatzstoffe für stark lösemittelhaltige Oberflächenbehandlungsmittel für Parkett und andere Holzfußböden“ vom Januar 2013

wurden überarbeitet und an den aktuellen Stand der Vorschriften und Kenntnisse angepasst.

In die TRGS 460 „Stand der Technik“ wurden weitere Praxisbeispiele eingefügt:

  • Hartverchromung von Metallteilen wechselnder Größe (Lohngalvanik),
  • Desinfektion von Beckenwasser in Schwimmbädern und
  • Absackung von pulverförmigen (feinstaubigen) Gütern.

Die TRGS 900 „Arbeitsplatzgrenzwerte“ wurde um einige Luftrenzwerte ergänzt, u.a. um AGW für PCB, Diethanolamin und Trichloressigsäure.

Auch in die TRGS 903 „Biologische Grenzwerte (BGW)“ wurden neue Grenzwerte aufgenommen.
Die TRGS 905 „Verzeichnis krebserzeugender, keimzellmutagener oder reproduktionstoxischer Stoffe“ wurde um ein Erläuterung zur Verwendung des Begriffs „bioverfügbar“ ergänzt.

Die TRGS 910 „Risikobezogenes Maßnahmenkonzept für Tätigkeiten mit krebserzeugenden Gefahrstoffen“ wurde hinsichtlich Biologischer Grenzwerte (BGW) ergänzt.

 

Autor: Ulrich Welzbacher