24.09.2018

Die neue TRBA 214

Für Anlagen zur Verwertung von Abfällen gelten seit Kurzem neue Regelungen. Denn am 3. Juli 2018 ist die überarbeitete TRBA 214 in Kraft getreten. Dabei ist der neue Name – aus „Abfallbehandlungsanlagen“ wurde „Anlagen zur Behandlung und Verwertung von Abfällen“ – zwar die auffälligste, aber bei weitem nicht die tiefgreifendste Änderung.

TRBA 214 für Umgang mit Biostoffen

Die neue TRBA 214 „Anlagen zur Behandlung und Verwertung von Abfällen“ erstreckt sich nun auch auf das Themengebiet der Thermischen Abfallbehandlung. Außerdem wurde das vierte Kapitel zum Thema „Gefährdungsbeurteilung“ an die TRBA 400 angepasst („Handlungsanleitung zur Gefährdungsbeurteilung und für die Unterrichtung der Beschäftigten bei Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen“).

Anwendungsbereich

Die TRBA 214 gilt für

  • den Umgang mit Biostoffen bei Tätigkeiten in Anlagen zur Behandlung von Abfällen
  • den Umgang mit Biostoffen bei Tätigkeiten in Anlagen zur stofflichen oder energetischen Verwertung von Abfällen
  • Sortieranalysen und manuelles Sortieren von Abfällen außerhalb von Abfallbehandlungsanlagen

Inhalt der TRBA 214

Auf den ersten Seiten definiert die TRBA 214 zentrale Begriffe wie „Biostoffe“, „Anlagen zur Behandlung und Verwertung von Abfällen“, „Sortieranalysen“ sowie „manuelles Sortieren von Abfällen außerhalb von Abfallbehandlungsanlagen“. Dann beschreibt sie die formellen und materiellen Voraussetzungen für die Gefährdungsbeurteilung. Vorhandene Biostoffe können bei den Beschäftigten zum Beispiel Infektionen, Sensibilisierungen und toxische Wirkungen hervorrufen.

Bei den Schutzmaßnahmen sind bauliche, technische sowie organisatorische einschließlich hygienische Maßnahmen und persönliche Schutzmaßnahmen und -ausrüstungen möglich. Dieser Maßnahmenkatalog muss beachtet werden.

Der Arbeitgeber hat nach § 8 Absatz 6 BioStoffV die Funktion und Wirksamkeit von technischen Schutzmaßnahmen regelmäßig zu überprüfen. An ständigen Arbeitsplätzen soll diese Überprüfung unabhängig von der Aufenthaltsdauer durch die Bestimmung der Konzentration von Biostoffen erfolgen. Dafür dient der Technische Kontrollwert (TKW).

Der TKW ist festgelegt auf 5 x 104 koloniebildende Einheiten (KBE) pro m3 Atemluft als Summenwert für mesophile Schimmelpilze. Das sind Pilze, die mittlere, nicht extreme Umweltbedingungen bevorzugen, insbesondere in Bezug auf Temperatur und Feuchtigkeit. Der Wert gilt dafür, die Wirksamkeit von Schutzmaßnahmen für Arbeitsplätze in Sortierkabinen, Kabinen, Führerhäusern und Steuerständen zu kontrollieren. Er gilt nicht in Bereichen, die lufttechnisch vollständig vom Anlagenbereich abgetrennt sind.

Die arbeitsmedizinische Prävention umfasst in der Regel die Beteiligung des Betriebsarztes an der Gefährdungsbeurteilung, die allgemeine arbeitsmedizinische Beratung und die arbeitsmedizinische Vorsorge.

Anhang

Der Anhang der TRBA 214 enthält eine ausführliche Literaturliste sowie eine Übersicht über Reinigungsmethoden und -intervalle und eine Aufstellung von Expositionsstufen für Schimmelpilze in Arbeitsbereichen der Abfallwirtschaft.

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Autor: Sebastian Felz