23.06.2016

Strahlenschutz – Grundlagen

Sicherheitsingenieur

Unter dem Begriff Strahlenschutz versteht man eine interdisziplinäre Wissenschaft, deren Ziel es ist, sowohl Mensch als auch Umwelt vor den Einwirkungen ionisierender und nicht ionisierender Strahlung zu schützen. Dies betrifft vor allem die Felder Forschung, Technik und Medizin, in denen radioaktive Stoffe, Röntgenstrahlung oder elektromagnetische Strahlung (beispielsweise Laser) auf verschiedenste Weise eingesetzt werden.

Natürliche und künstliche Strahlenexposition

Man unterscheidet grundsätzlich zwischen künstlicher und natürlicher Strahlenexposition, denn der Mensch ist jederzeit verschiedenen Strahlungsquellen ausgesetzt. Unter den Begriff der natürlichen Strahlung fällt beispielsweise kosmische und terrestrische Strahlung. Bei Ersterer handelt es sich um natürliche Strahlung aus dem Weltall, die allerdings nur in sehr geringen Mengen die Erdoberfläche erreicht. Erst mit zunehmender Höhe steigt die Dosis der kosmischen Strahlung an.

Terrestrische Strahlung hingegen ist auf radioaktive Stoffe in der Erdkruste zurückzuführen und kann regional stark variieren. Zu diesen zählen vor allem Uran-238, Thorium-232 und Kalium-40.

Im Gegensatz zu dieser natürlichen Strahlung beschäftigt sich der Strahlenschutz jedoch hauptsächlich mit künstlicher Strahlenexposition. Dies ist vor allem die Anwendung radioaktiver Stoffe und ionisierender Strahlen im Bereich der Medizin (beispielsweise Strahlentherapie oder Röntgenstrahlen), in kerntechnischen Anlagen sowie in Forschung, Technik und Haushalt.

Praktischer Strahlenschutz

Die wichtigste Aufgabe des praktischen Strahlenschutzes ist die Überwachung und Kontrolle der Strahlenexposition von Beschäftigten. Die §§ 5 und 6 der Strahlenschutzverordnung weisen auf genaue Dosisgrenzwerte hin und verpflichten jeden, der „eine Tätigkeit nach § 2 Abs. 1 Nr. 1 plant oder ausübt” zur „Vermeidung unnötiger Strahlenexposition und Dosisreduzierung”.

Gängige Maßnahmen zur Reduzierung der Exposition sind Beschränkungen der Aufenthaltsdauer bzw. der Arbeitsdauer mit radioaktiven Stoffen und ionisierender oder nicht ionisierender Strahlung, Abschirmungen, Vergrößerung des Bestrahlungsabstands oder Zugangsbeschränkungen. Die Dosis der Strahlung wird zur ständigen Kontrolle mit sogenannten Dosimetern gemessen.

Autor: WEKA Redaktion

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