06.06.2021

Sonnenschutz im Büro: Das sagt die aktualisierte DGUV Information 215-444

Im Sommer wird so mancher ganz normale Büroarbeitsplatz unfreiwillig zum „Hotspot“, weil bei der Arbeitsplatzgestaltung allenfalls halbherzig an die notwendige Beschattung gedacht wurde. Gut, dass deshalb jetzt, rechtzeitig vor dem Sommer, die DGUV eine neue Auflage ihrer DGUV Information 215-444 zum Thema „Sonnenschutz im Büro“ herausgebracht hat. Sie erfahren darin alles Wichtige zu den konkreten lichttechnischen Anforderungen, die ein guter Sonnenschutz für Büroarbeitsplätze erfüllen sollte. Ausgehend davon informiert Sie dieser Beitrag kurz und prägnant über verschiedene Beschattungssysteme für Büroarbeitsplätze und vergleicht sie kritisch.

Rollo beschattet das Büro

Gute Gründe, die für außen liegende Beschattungen sprechen

Liegen die Sonnenschutzvorrichtungen außen, wird die Einstrahlung bereits vor dem Fenster abgehalten und kann gar nicht erst in den Raum eindringen.

Weitere Vorteile sind der Schutz vor Blendung auch bei geöffneten Fenstern und die Möglichkeit, eine zentrale Steuerung über Wind-, Sonnen- und Regenwächter einzurichten. Bei Außenjalousien können die Lamellen geneigt und damit dem Sonnenstand angepasst werden. Gleichzeitig lässt sich die Sichtverbindung nach außen beibehalten. Durch die seitlichen Abstände und Ausstanzungen kann Tageslicht in die Räume gelangen.

Grundsätzlich nachteilig ist die Windanfälligkeit. Hinzu kommen in der Regel recht hohe Anschaffungs- und Anbringungskosten. Aus Kostengründen entscheiden sich viele Unternehmen für preisgünstigere und meist verschleißärmere Markisen. Die sind aber blickdicht, nur sehr begrenzt verstellbar und noch windempfindlicher.

Wie Sonnenschutz zwischen den Glasscheiben funktioniert

Wenn Fenster erneuert werden, kann man Sonnenschutzvorrichtungen zwischen die Glasscheiben einbauen lassen. Bedient wird ein solches System von innen über eine Schnur, eine Kurbel oder elektrisch per Schalter. Der große Vorteil ist, dass die Schutzvorrichtung nicht windanfällig ist, keinen Platz im Innenraum braucht und die Fensterbänke frei bleiben. Gegenüber innen liegenden Sonnenschutzlösungen wirkt die Platzierung zwischen den Glasscheiben auch wärmeisolierender.

Allerdings sind Reparaturen sehr aufwendig. Auch ist in der Regel die Bedienung nur für jedes Fenster einzeln möglich und der Sonnenschutz funktioniert nur, wenn das Fenster geschlossen ist.

Tipp

Gut geeignete und komfortabel bedienbare Sonnenschutz- bzw. Beschattungssysteme sind im Sommer ein wichtiger Beitrag zur Sicherung von Gesundheit und Arbeitsproduktivität der Beschäftigten. Deshalb sollte es bei diesem wichtigen Thema eigentlich keinerlei Zielkonflikt zwischen den Anliegen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes und den wirtschaftlichen Eigeninteressen der Unternehmen geben. Nutzen Sie diese günstige Konstellation!

So schneidet innen liegender Sonnenschutz im Vergleich ab

Innen liegende Schutzvorrichtungen können ohne großen Aufwand nachträglich eingebaut werden und sind gegenüber außen liegenden Jalousien deutlich preisgünstiger. Dem steht jedoch eine Reihe von schwerwiegenden Nachteilen gegenüber:

  • Da die Sonneneinstrahlung erst im Inneren der Räume abgewehrt wird, gelingt der Wärmeschutz nur teilweise.
  • Wenn sich Fenster öffnen lassen, besteht nur noch ein eingeschränkter Blendschutz.
  • Aus Brandschutzgründen müssen Stoffe und Metallfolien schwer entflammbar sein.

Was es über Sonnenschutz-Rollos zu sagen gibt

Meist sehr preisgünstig und leicht anzubringen sind Rollos. Bei Stoffen reduzieren sich allerdings die möglichen Einstellungen auf das Hoch- und Herunterfahren. Dadurch ist der Sichtkontakt nach außen häufig unterbrochen. Metallfolienrollos erlauben dagegen auch im geschlossenen Zustand eine Sichtverbindung nach außen.

Schick und wartungsarm: elektrochrome Verglasung

Bei Sanierungen können elektrochrome Verglasungen eine Alternative sein. Bei ihnen lässt sich die solare Durchlässigkeit elektrisch in mehreren Stufen einstellen. Meist färbt sich das Glas blau ein, während der Sichtkontakt nach außen erhalten bleibt. Der Sonnenschutz kommt damit ohne bewegliche Teile aus. Häufig ist allerdings der Blendschutz nicht ausreichend, wenn sich die Sonne im direkten Sichtfeld befindet. Die Blaufärbung kann die Farbwiedergabe im Innenraum verändern. Ein weiterer Nachteil sind die recht hohen Kosten solcher Fenster.

Folien als die schnelle Lösung

Als vorübergehende und schnelle Lösung bieten sich Folien an, die auf die Fenster aufgeklebt werden. Sie sind preisgünstig; gleichzeitig wird der Sichtkontakt nach außen erhalten. Allerdings existiert kein Blendschutz. Außerdem erhöht sich in kälteren Perioden der Heizbedarf. Zudem besteht die Gefahr von thermischen Spannungen an der Außenglasscheibe und dadurch das Risiko von Spannungsrissen.

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Autor*in: Markus