Fachbeitrag | Organisation und Dokumentation
12.01.2015

Sicherheit beim innerbetrieblichen Transport

Beim innerbetrieblichen Transport sind besondere Sicherheitsmaßnahmen einzuhalten. So wird gewährleistet, dass das dichte Nebeneinander von Fußgängern, Radfahrern, Personen- und Lastkraftwagen sowie von Spezialfahrzeugen auf dem Betriebsgelände unfallfrei ablaufen kann.

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Das dichte Nebeneinander von Fußgängern, Radfahrern, Personen- und Lastkraftwagen sowie von Spezialfahrzeugen auf dem Betriebsgelände erfordert erhöhte Aufmerksamkeit und gegenseitige Rücksichtnahme beim innerbetrieblichen Transport, die durch verbindliche Regelungen eingefordert und unterstützt werden sollten. Sämtliche Gefährdungen, die im Rahmen der Verkehrswegenutzung im Innen- und Außenbereich einer Arbeitsstätte entstehen, müssen im Rahmen eines Verkehrswegekonzeptes, in der Gefährdungsbeurteilung nach §§5,6 Arbeitsschutzgesetz sowie § 3 Arbeitsstättenverordnung i.V.m. den Regelungen der ASR A 1.8 (Verkehrswege), ASR A 1.3 und 2.3 (Beschilderung/Fluchtwegbreiten etc.) und ASR A 2.3 (brandschutzrechtliche Vorgaben) schon bei Einrichtung der Arbeitsstätte erfasst und bewertet werden.

Bei mehreren auf dem Betriebsgelände tätigen Firmen ist die Abstimmung auf eine  gemeinsame Gefährdungsbeurteilung für die Verkehrswege erforderlich, z.B. in Arbeitsschutzausschusssitzungen.

Innerbetrieblicher Transport – alle betrieblichen Arbeitsschutzakteure einbinden

Dazu sind alle betrieblichen Arbeitsschutzakteure, ggf. Facility Management sowie Beschäftigte im Vorwege einzubinden. Die daraus abgeleiteten, nach Risikopotenzial priorisierten Maßnahmen für mehr Sicherheit beim innerbetrieblichen Transport, müssen von dafür verantwortlichen Personen in den vorgesehenen Fristen umgesetzt und in regelmäßigen Abständen auf ihre Wirksamkeit im Rahmen einer Erfolgskontrolle überprüft, ggf. nachgesteuert werden.

Unfälle, z.B. durch fehlende Fahrbahnmarkierungen, nicht unterwiesene Staplerfahrer, neue Lieferanten, die vor Ort nicht eingewiesen wurden, das Nutzen von Parkverbotsflächen, fehlende Barrierefreiheit sowie das Überschreiten der Geschwindigkeitsbegrenzung auf dem Betriebsgelände sind beim innerbetrieblichen Transport keine Seltenheit und haben oftmals schwerwiegende bis tödliche Folgen für Fußgänger. Nicht immer wissen Betriebsverantwortliche, zu welcher Zeit sich welche Firmen auf dem Betriebsgelände befinden bzw. sich angekündigt haben.

Beim Thema innerbetrieblicher Transport rechtliche Vorgaben für sichere Verkehrswege einhalten

Dabei sind rechtliche Vorgaben für sichere Verkehrswege beim innerbetrieblichen Transport einzuhalten, unabhängig davon, ob es sich um öffentlichen oder privaten Grund handelt. Die Vorschriften der StVO auf dem Betriebsgelände sind durch eine entsprechend übersichtliche Beschilderung auszuweisen.

Nach Möglichkeit sollte eine beschilderte Einbahnstraßenregelung für das Bringen und Abholen der Beschäftigten bzw. für das An- und Ausliefern der Waren geschaffen werden. Park- sowie Be- und Entladeflächen, Fahrradabstellflächen, Raucherzonen, Freihalteflächen sollten farbig gekennzeichnet und entsprechend ASR A 3.4 beleuchtet sein. Poller und Schutzketten bieten Beschäftigten, die sich in Müllcontainerbereichen, Raucherzonen, vor Türen aufhalten, aber auch den Fahrern, wenn diese im Bereich von Zufahrten oder Toren aufgestellt wurden, zusätzlichen Schutz.

Verkehrswege beschildern und ausweisen

Es sollten geeignete und ausreichende Flächen für das Ein- und Aussteigen auf dem Gelände eingeplant sein. Erforderlichenfalls sollten Zebrastreifen, Richtungspfeile sowie weitere Beschilderungen wie Parkverbot, Zugang für Fußgänger verboten, zu einer gerichteten Verkehrsführung beim innerbetrieblichen Transport vorgesehen werden.

Fuß- und Verkehrswege sollten, nach Möglichkeit, getrennt voneinander ausgewiesen werden, eine Geschwindigkeitsbegrenzung (z.B. 10 km/h) ggf. unterstützt durch Boden/Fahrbahnschwellen, das Tragen von Warnwesten, Schutzschuhen, ggf. Helm, Schutzbrille auf dem Betriebsgelände ausgeschildert sein.

Fahrzeuge mit Warneinrichtungen ausstatten

Fahrzeuge (wie Gabelstapler, Reachstacker, VanCarrier, LKW) sollten mit optischen und akustischen Warneinrichtungen sowie nach Möglichkeit mit einer Kamera für das Rückwärtsfahren ausgestattet sein bzw. andernfalls ein unterwiesener Einweiser vorhanden sein, Anfahrschutz an Regalen, die G25-Angebotsvorsorge, schriftliche Beauftragungen, Erlaubnisscheine sowie ein Fahrsicherheitstraining den eigenen Beschäftigten im Bedarfsfall angeboten werden.

Eine Anmeldung im Zufahrtbereich, bei der sich jeder Fahrzeugführer anmelden muss, eine Sicherheitsbelehrung erhält und abmelden muss, bietet zusätzliche Sicherheit. Über das Verkehrswegekonzept sind regelmäßige Unterweisungen durchzuführen und zu dokumentieren.

Ereignet sich ein schwerer Unfall, prüfen Polizei, Gewerbeaufsichtsamt, Berufsgenossenschaft im Rahmen ihrer Ermittlungspflicht diese Dinge ab und leiten entsprechende Konsequenzen ein. Darum präventiv denken und handeln!

Autor: Stefan Johannsen

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