22.11.2019

Rückenschonendes Arbeiten in der Pflege

Rückenerkrankungen sind in der Pflege ein wichtiges Unterweisungsthema. Denn mit ergonomischen Grundkenntnissen lassen sich die Belastungen für den Rücken erheblich reduzieren.

Pflege

Pflegeberufe verlangen dem Körper einiges ab. Vor allem diese drei Punkte sind auffallend und zeigen, warum das Thema „rückenschonendes Arbeiten“ in der Pflege ernst genommen werden sollte:

  • Laut dem TK-Gesundheitsreport 2019 waren Muskel-Skelett-Erkrankungen im vergangenen Jahr der häufigste Krankschreibungsgrund bei Pflegebeschäftigten.
  • Die Wahrscheinlichkeit von Rückenerkrankungen im Bereich Pflege ist so groß, dass sie als Berufskrankheit anerkannt werden.
  • Der Körper ist oft der Spiegel der Seele: Wenn Sie „diese Last nicht mehr tragen können“, weil es bei Ihnen zu viel Stress und Druck verursacht, dann äußert sich das unter Umständen auch in Rückenschmerzen. Daher ist es wichtig, eigene Belastungsgrenzen zu kennen und ernst zu nehmen.

Ergonomie in der Pflege

Überbeanspruchungen von Mitarbeitern im Gesundheitswesen können entstehen durch:

  • schlechte Verhältnisse, z.B. schwere Patienten oder defekte oder fehlende Hilfsmittel
  • das eigene Verhalten, z.B. schnelles und unkoordiniertes Arbeiten oder eine schlechte Organisation

Aber: Eine Beanspruchung wird nicht zwangsweise zu einer Belastung. Durch ergonomisches Arbeiten soll die Entwicklung von einer Beanspruchung hin zu einer Belastung vermieden werden.

Unter dem Begriff „Ergonomie“ versteht man ein „an den Menschen angepasstes Arbeiten“. Dies kann beispielsweise erreicht werden durch:

  • präventives, also vorbeugendes Verhalten
  • Einsatz von Hilfsmitteln

10-Punkte-Plan für rückenschonendes Arbeiten in der Pflege

Die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) hat angesichts des aktuellen TK-Gesundheitsreports einen 10-Punkte-Plan veröffentlicht:

  1. Grenzen kennen
    Das Wissen um die eigene Belastbarkeit – sowohl körperlich als auch psychisch – hilft dabei, Grenzen zu setzen.
  2. Umgebung gestalten
    Ein ergonomisch gestalteter Arbeitsplatz ist gut für den Rücken. Deshalb empfiehlt es sich, ausreichend Platz zu schaffen, damit die Pflegekraft rückengerecht arbeiten und die pflegebedürftige Person sich selbstständig bewegen kann.
  3. Fähigkeiten erschließen und nutzen
    Wer den pflegebedürftigen Menschen in die Planung miteinbezieht, nutzt und fördert dessen Fähigkeiten. Alles, was der oder die Pflegebedürftige selbst macht, entlastet den Rücken der Pflegekraft.
  4. Hilfsmittel nutzen
    Der Schlüssel zum ressourcenorientierten Bewegen von Menschen sind kleine Hilfsmittel. Wo notwendig, sind zudem technische Hilfsmittel erforderlich.
  5. Liften statt heben
    Heben und Tragen gilt es möglichst zu vermeiden. Wenn Pflegebedürftige gehoben werden müssen, ist ein Lifter einzusetzen.
  6. Auf die Arbeitshöhe achten
    Wer das Pflegebett zum Waschen, Anziehen oder Lakenwechsel auf die passende Arbeitshöhe einstellt, sorgt für eine gute Arbeitshaltung. Im Bad unterstützt ein Hocker die rückengerechte Haltung.
  7. Sicher auftreten
    Ein geschlossener Schuh mit fester Fersenkappe, flach aufliegend und mit rutschhemmender Sohle sorgt für einen sicheren Stand.
  8. Auf dem Laufenden bleiben
    Nur regelmäßiges praktisches Üben und Fortbilden ermöglicht ein sicheres, rückengerechtes Handeln.
  9. Für Ausgleich sorgen
    Belastungswechsel sind wichtig. Der vielseitige Pflegealltag lässt sich nutzen, um Phasen körperlicher Beanspruchung wie einseitige Haltungen oder Bewegungsmangel zeitnah auszugleichen. Auch die Pausen dürfen nicht vergessen werden.
  10. Alltag aktiv gestalten
    Regelmäßige Gymnastik, Bewegung und Entspannung sorgen zusätzlich für einen angemessenen Ausgleich. Sie tragen dazu bei, Körper und Seele fit zu halten.

Rückengesundheit als wichtiges Unterweisungsthema

WEKA MEDIA bietet mit dem Unterweisungspaket „In 30 Minuten unterweisen – Gesundheit & Pflege“ fertig vertonte Unterweisungen für Berufe im Gesundheitswesen an. Auf diese Weise lernen Ihre Mitarbeiter in kurzer Zeit die Grundsätze der Ergonomie kennen und erfahren,

  • wie sie ergonomisch heben, stützen sowie ergonomisch umlagern,
  • welche Hilfsmittel sie unterstützen und entlasten,
  • wie sie Ergonomie an ihrem eigenen Arbeitsplatz umsetzen.

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Auch die BGW hilft mit umfassenden Leistungen, damit Rückenbeschwerden oder andere Muskel-Skelett-Erkrankungen nicht zu einem chronischen Leiden werden. Informationen zum rückengerechten Arbeiten gibt es hier.

Quelle: BGW, WEKA

Autor: WEKA Redaktion