Fachbeitrag | Organisation und Dokumentation
12.01.2015

Richtiger Umgang mit LI-Batterien

Lithium-Ionen-Akkus sind in elektronischen Geräten, Werkzeugen und Fahrzeugen weit verbreitet. Doch der Umgang mit Li-Akkus und ihre Lagerung bedürfen einiger Vorsicht, was bei der Gefährdungsbeurteilung nicht vergessen werden sollte.

batteries© devke /​ iStock /​ Thinkstock

Ihr Unternehmen muss keine Elektroautos oder E-Bikes einsetzen, um mit den möglichen Gefahren durch den falschen Einsatz oder die fehlerhafte Lagerung von Li-Batterien konfrontiert zu sein.

Einfache Notebooks, Smartphones oder Tablets reichen schon, um im Ernstfall die Brandrisiken durch diese Akku-Technik kennen lernen zu müssen. Aber auch bei der Gefährdungsbeurteilung für akkubetriebene Werkzeuge müssen die Brand- und Explosionsrisiken durch Li-Akkus berücksichtigt werden, da diese immer stärker eingesetzt werden.

Unterschiedliche Bezeichnungen für dasselbe Produkt

So vielfältig die Einsatzmöglichkeiten für Li-Ionen-Akkus sind, so verschieden sind auch die Bezeichnungen. Man spricht von Li-Ionen-Batterien, Li-Batterien und auch von Li-Ionen-Akkus, obwohl es auch echte Li-Batterien gibt, die auf keinen Fall wieder aufgeladen werden dürfen.

Risiken von Li-Batterien

Gemeint mit „Li-Batterien“ sind in den verschiedenen Produktbeschreibungen akkubetriebener Geräte allerdings Lithium-Ionen-Akkumulatoren, die unabhängig von der jeweils gewählten Bezeichnung zahlreiche Risiken in sich tragen:

  • Insbesondere als Fahrzeugbatterie haben Li-Ionen-Akkus eine hohe Nennspannung.
    Fehlende Schutzmaßnahmen wie ein Berührschutz können einen elektrischen Schlag möglich machen.
  • Ein Kurzschluss kann schnell zur Überhitzung und zum Brand führen, von dem auch die umgebenden Bauteile und Kabel betroffen sein können.
    Dabei sind äußere Kurzschlüsse (z.B. durch falsche Bedienung) ebenso möglich wie innere (z.B. durch Produktfehler).
  • Bei mechanischer Beschädigung können gasförmige oder flüssige Stoffe austreten.
    Der mechanische Schaden kann durch einen Unfall (z.B. bei einer Fahrzeugbatterie) oder durch Kurzschluss, Überhitzung und daraus folgendem Überdruck entstehen.
    Die austretenden Stoffe können brennbar, stark reizend oder sogar giftig sein und in Verbindung mit Luft zu einem explosiven Gemisch werden.
  • Eine äußere Erwärmung (z.B. durch Feuer in der Umgebung) kann ebenfalls zu Brand oder Explosion der Li-Batterie führen.

Das Schutzkonzept muss stimmen

Prüfen Sie deshalb in Ihrem Betrieb,

  • welche Geräte mit Li-Ionen-Batterien ausgerüstet sind,
  • welche Leistung diese Akkus haben,
  • wie sie genutzt und gelagert werden und
  • ob dies jeweils bereits in der entsprechenden Gefährdungsbeurteilung berücksichtigt wurde.

Wichtig ist, ob ein Gerät mit Li-Ionen-Batterie ausreichend gegen mechanische Einflüsse durch Sturz, Quetschung oder Schlag geschützt ist.

Sonst droht eine Beschädigung des Akkus mit den zuvor genannten möglichen Brand- und Explosionsgefahren.

Wie gefährlich dies sein kann, zeigen die Unfälle von Elektroautos, die mit einer Explosion der Li-Batterie verbunden waren.

Li-Batterien richtig lagern

Aber auch bei der Lagerung kann einiges falsch gemacht werden.

Deshalb sind ab einer bestimmten Leistung und Anzahl der Li-Ionen-Batterien spezielle Lagerungssysteme sinnvoll. Sie sollten ausgestattet sein mit

  1. einer integrierten Auffangwanne für auslaufende Stoffe,
  2. einem Klimasystem zur Steuerung der Lagertemperatur und
  3. einer Brandschutzkapselung.

Tipps zur Prüfung der Schutzmaßnahmen bei Verwendung und Lagerung von Li-Ionen-Batterien finden Sie auch in der aktuellen Checkliste Richtiger Umgang mit Li-Batterien.

Autor: Oliver Schonschek 

Produkte und Veranstaltungen

Produktempfehlungen