19.11.2020

Resilienz – So stärken Sie Ihr emotionales Immunsystem

Wer über eine ausgeprägte Resilienz verfügt, kann auch aus schwierigsten Situationen gestärkt hervorgehen. Dies hilft im Berufsleben generell weiter und in Zeiten einer Pandemie umso mehr. Zwar ist die Veranlagung zur Resilienz teilweise erblich und durch die eigene Sozialisation bedingt, dennoch gibt es auch Möglichkeiten, seine Resilienz zu stärken. Wir haben in diesem Beitrag einige Tipps zusammengestellt, wie Ihnen das gelingen kann.

Geschäftsfrau

Inzwischen gehen Experten davon aus, dass das Verhältnis der Einflüsse von Genen und Umwelt auf die Resilienz bei ca. 50 : 50 liegt. Zudem zeigt das Forschungsgebiet der Epigenetik, dass sich Gene im Lauf des Lebens verändern können. Auch wenn uns also eine gewisse Grundausstattung in die Wiege gelegt wurde: Wir können unsere psychische Widerstandskraft auch später noch vergrößern.

Tipp Nr. 1: die eigene Einstellung hinterfragen

Es fängt bei der eigenen Einstellung an: Wer Stress eher positiv bewertet und annimmt, dass er sogar stärkend und somit sinnvoll sein kann, reagiert auch körperlich ganz anders auf stressige Situationen. Die Cortisol-Ausschüttung ist gemäßigter und der Herzschlag beruhigt sich schneller als bei jenen, die glauben, dass Stress immer negativ sei und krank mache.

Fakt ist: Eine gewisse Dosis an Stress – bekannt als positiver Stress oder Eustress – kann mitunter helfen, Herausforderungen zu meistern oder gar zu Höchstleistungen aufzulaufen.

Wer etwa mit Termindruck gut umgehen kann, diesen also nicht pauschal negativ bewertet, empfindet ihn auch nicht immer im negativen Sinn als stressig, sondern auch im positiven Sinn als motivierend.

Es gilt also, die „Gegenspieler“ der Stressoren (Auslöser von Stress) zu mobilisieren, sprich Faktoren, die dabei helfen, mit Stress umzugehen.

Tipp Nr. 2: lösungsorientiert denken

NIPSILD – kennen Sie diese Abkürzung? Sie steht für: nicht in Problemen, sondern in Lösungen denken. Wer diese „Formel“ verinnerlicht, kann lernen, in schwierigen Situationen gleich lösungsorientiert zu denken, statt sich in den Problemen zu vergraben. Generell gilt: Eine optimistische Grundeinstellung macht einen stärker, während negative Gedanken und Gefühle an den Nerven zerren. Auch wenn es etwas Übung braucht: Dies lässt sich schulen.

Tipp Nr. 3: soziale Kontakte pflegen

Auch das eigene Umfeld und Resilienz hängen nachweislich zusammen. In jedem Alter wirkt es emotional stärkend, Beziehungen einzugehen – zumindest solche, die einem guttun und nicht emotional „herunterziehen“ – und bestehende Sozialkontakte oder Netzwerke auszubauen. Pflegen Sie z.B. den guten Draht zu Kollegen und planen Sie Zeit für Telefonate und Unternehmungen mit guten Freunden oder der Familie ein. Der Effekt: Sie wissen dann, dass immer Menschen da sind, die Ihnen guttun und Sie unterstützen – selbst wenn alles andere zusammenbrechen sollte.

Auch die Partnerschaft gilt es besonders zu pflegen: Das Gefühl von (körperlicher) Nähe stärkt nachweislich die eigene Gesundheit und damit auch die Resilienz.

Tipp Nr. 4: gut zu sich selbst sein

An der Redewendung „ein gesunder Geist in einem gesunden Körper“ ist jede Menge dran. Ist man hungrig, müde oder angeschlagen, geht es einem gleich schlechter und man hat weniger Kraft für die täglichen Herausforderungen. Es ist wissenschaftlich belegt, dass z.B. ein niedriger Blutzuckerspiegel (durch zu wenig Essen) Stress verursacht, auch Nervengifte wie Nikotin etc. steigern die Anfälligkeit dafür.

Sport wirkt wiederum stärkend und hilft dabei, Stress abzubauen. Eine wesentliche Basis für Resilienz bildet daher auch die körperliche Gesundheit. Was den Körper schädigt, schwächt ihn langfristig – und damit auch das eigene Wohlbefinden. Sie reagieren dann schneller empfindlich oder genervt. Wer sich um sich und den eigenen Körper kümmert, ist auch emotional stabiler und fühlt sich wortwörtlich stärker.

 

Autor: Christine Lendt