21.07.2016

REACH-Verordnung

Gefahrstoffmanagement

REACH (Registration, Evaluation, Authorisation and Restriction of Chemicals = Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung von Chemikalien) bezeichnet ein System in der Europäischen Union zur Bewertung von chemischen Altstoffen und neuen Stoffen. Die REACH-Verordnung löst das bisherige Recht zur Bewertung von gefährlichen Stoffen ab, insbesondere

  • die Stoffrichtlinie (67/548/EWEG)
  • die Verbotsrichtlinie (76/769/EWG)
  • die Altstoffverordnung (793/93/EWG).

Die 3 Elemente der REACH-Verordnung

Das REACH-System umfasst die folgenden drei Elemente:

  1. Registrierung aller Stoffe und Lieferung grundlegender Informationen über alle Altstoffe und neuen Stoffe, die in Mengen von mehr als 1 t pro Jahr und Hersteller oder Importeur in Verkehr gebracht werden. Diese Informationen werden von den Unternehmen an eine zentrale Datenbank übermittelt.
  2. Bewertung der erfassten Informationen bei allen Stoffen, die in Mengen von mehr als 100 Tonne pro Jahr hergestellt werden, sowie bei Stoffen, die zwar in geringeren Mengen hergestellt werden, aber Anlass zur Besorgnis geben. Diese Bewertung erfolgt durch die Behörden und umfasst auch die Erstellung stoffspezifischer Prüfprogramme, bei denen der Schwerpunkt auf die Auswirkungen einer langfristigen Exposition gelegt wird.
  3. Zulassung von besonders besorgniserregenden Stoffen (insbesondere von krebserzeugenden, erbgutverändernden oder fortpflanzungsgefährdenden Stoffe (= CMR-Stoffe)) sowie von PBT- und vPvB-Stoffen (PBT = persistent, bioakkumulativ und toxisch; vPvB = sehr (very) persistent und sehr (very) bioakkumulativ).

Allgemeine Anforderungen an Registrierungen nach REACH

Prinzipiell müssen gemäß REACH Stoffe, als Stoff selbst oder in Gemischen, die in Mengen von mehr als 1 Tonne pro Jahr und Unternehmen in der EU produziert oder in die EU importiert werden, bei der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) in Helsinki durch die entsprechenden Hersteller/Importeure (Unternehmen) registriert werden. Die Registrierung beruht auf dem Prinzip „no-data-no-market”, d.h., registriert ein Unternehmen einen Stoff nicht, darf es diesen weder herstellen noch einführen oder auf andere Weise in den Verkehr bringen.

Die Registrierung beruht außerdem auf dem Prinzip „ein Stoff, eine Registrierung”. Dies bedeutet, dass Unternehmen des gleichen Stoffs ihre Registrierung im Normalfall gemeinsam einreichen müssen.

Für die Registrierung von Stoffen wird von der ECHA im Normalfall eine Gebühr erhoben.

Die Unternehmen müssen Informationen über die Eigenschaften und Verwendungen der Stoffe sammeln. Ferner müssen sie die Gefahren und möglichen Risiken, die von diesem Stoff ausgehen, bewerten. Die vorgelegten Analyse- und Spektraldaten müssen kohärent sein und ausreichen, um die Stoffidentität zu bestätigen. Die gesamten Informationen werden der ECHA in einem Registrierungsdossier übermittelt, das diese Informationen über schädliche Wirkungen und Beurteilungen der Risiken enthält, die durch die Verwendung des Stoffs entstehen können. Darüber hinaus sind Informationen enthalten, wie diese Risiken zu beherrschen sind. Neben diesen Angaben zur sicheren Verwendung eines Stoffs enthält eine Registrierung auch ein technisches Dossier.

Ab einer Jahresproduktion von 10 t/a müssen Unternehmen zusätzliche Informationen zu Wirkungen und Umweltverhalten in einem Stoffsicherheitsbericht angeben. Dieser erläutert, welche Risiken vom betreffenden Stoff ausgehen und mit welchen Maßnahmen diese kontrolliert werden.

Reach-Registrierung: Zu registrierende Stoffe

Für die Registrierung unterscheidet die REACH-Verordnung:

  • Phase-in-Stoffe
  • Nicht-Phase-in-Stoffe
  • Ausnahmen von der Registrierungspflicht
Autor: Ulrich Welzbacher

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