10.10.2019

Probearbeit ist unfallversichert

Bei der Probearbeit können Arbeitnehmer und Arbeitgeber feststellen, ob sie zueinander passen. Doch was ist, wenn der Arbeitnehmer am Probearbeitstag einen Unfall erleidet? Zählt das als Arbeitsunfall? Ein entsprechender Fall wurde nun vor Gericht verhandelt.

Kopfverletzung

Bisher war nicht genau festgelegt, ob ein Arbeitnehmer auf Probe der gesetzlichen Unfallversicherung unterliegt oder nicht. Dagegen argumentierte die Berufsgenossenschaft Handel und Warenlogistik (BGHW) vor dem Bundessozialgericht.

Bei dem Fall handelte es sich um einen Mann, der einen Probearbeitstag in einem Entsorgungsunternehmen absolvierte und sich dabei eine schwere Kopfverletzung zuzog. Die BGHW wollte darin keinen Arbeitsunfall sehen. Die Mitarbeit sei nur für einen Tag vorgesehen gewesen.

Die Richter entschieden zugunsten des klagenden Verletzten: Es gehe darum, dass der Probearbeitstag für das Unternehmen einen wirtschaftlichen Wert habe. Allein dadurch entstehe der gesetzliche Unfallversicherungsschutz (BSG, Urteil vom 20.08.2019, Az. B 2 U 1/18 R).

Autor: WEKA Redaktion