23.06.2016

Präsentismus

Arbeitssicherheit

Präsentismus meint das Erscheinen von Arbeitnehmern am Arbeitsplatz trotz Krankheit bzw. Arbeitsunfähigkeit. Im weiteren Sinne bezeichnet Präsentismus die Arbeitstage, die ein Mitarbeiter zwar physisch am Arbeitsplatz anwesend ist, gleichzeitig in seinem Wohlbefinden und seiner Leistungsfähigkeit jedoch eingeschränkt und damit psychisch oft abwesend ist. Dabei zählen private Probleme, die psychisch belasten, Kopfschmerzen, Allergien, Schlafprobleme oder Rückenschmerzen zu den häufigsten Verursachern für Präsentismus.

Präsentismus im Alltag

Oft fühlen sich Mitarbeiter nicht krank genug, um zu Hause zu bleiben, oder widersetzen sich den Anweisungen des Arztes, weil sie das Gefühl haben, anderenfalls ihr Arbeitspensum nicht erfüllen zu können. Präsentismus ist oft ein Trugschluss, denn er schränkt die Produktivität eines Unternehmens mehr ein, als dass er ihr dient. Doch in Zeiten hoher Arbeitslosigkeit und bei gleichzeitiger Angst um den eigenen Arbeitsplatz sehen Mitarbeiter oft keine andere Möglichkeit, als krank am Arbeitsplatz zu erscheinen. Ein Unternehmen sollte daher mit einem modernen Gesundheitsmanagement dem Präsentismus präventiv begegnen.

Gründe für Präsentismus

Die Gründe für Präsentismus sind vielseitig. Grob lassen sie sich in die zwei Bereiche private und finanzielle Beweggründe einteilen. Als Hauptverursacher ist die Angst vor Verlust des eigenen Arbeitsplatzes zu sehen. Meldet sich ein Mitarbeiter oft krank, so denkt er, wird er bald von einem neuen, jungen und gesunden Mitarbeiter ersetzt. Auch die Selbstlosigkeit von Arbeitnehmern spielt beim Präsentismus eine wichtige Rolle. Aus Rücksicht auf Arbeitskollegen erscheinen sie auch krank am Arbeitsplatz, damit ihre Aufgaben nicht anderen zur Last fallen.

Für dieses Szenario ist jedoch auch der Vorgesetzte verantwortlich, da in vielen Fällen eine Regelung der Stellvertretung nicht existiert. Weitere Verantwortung trägt der Vorgesetzte für vorherrschenden Präsentismus, der aufgrund eines zu hohen Arbeitspensums entsteht. Hat der Mitarbeiter das Gefühl, seine Aufgaben nicht zu schaffen, und steht er zudem unter zunehmendem Leistungsdruck, wird er auch krank am Arbeitsplatz erscheinen.

Das Auftreten von Präsentismus ist von der Art der gesundheitlichen Beeinträchtigung, der Branche und dem Gesundheitsmanagement abhängig. Auch neuere Arbeitsorganisationsformen wie beispielsweise Management by Objectives ebnen den Weg für die Zunahme von Präsentismus in Unternehmen.

Folgen von Präsentismus

Erscheinen Mitarbeiter trotz Arbeitsunfähigkeit am Arbeitsplatz, laufen sie Gefahr, Erkrankungen zu verschleppen, eine medizinische Behandlung in die Zukunft zu verschieben bzw. eine Behandlung ganz zu verweigern. Langfristig müssen sich diese Mitarbeiter oft mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen konfrontiert sehen. Eine Langzeit-Arbeitsunfähigkeit kann die Folge sein. Auch das Unternehmen kann die Folgen von Präsentismus zu spüren bekommen. In ihrer Konzentrationsfähigkeit beeinträchtigte Mitarbeiter neigen zu mehr Fehlern. Dadurch sinkt die Produktivität, wodurch zusätzliche Kosten entstehen.

Autor: WEKA Redaktion

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