Pollenflug – wie Betroffene mit Heuschnupfen & Co. umgehen können
Allergische Reaktionen zeigen sich häufig als Heuschnupfen, Hustenanfälle oder juckende bzw. tränende Augen und werden in ihrer Wirkung auf Betroffene unterschätzt. Dabei können die Symptome anhaltend auftreten und die Beschäftigten in ihrer Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit erheblich beeinträchtigen. Deshalb sollten Beschäftigte, die über entsprechende Symptome klagen, durch Beratung und Schutzmaßnahmen wirksam unterstützt werden. Eine Rolle spielt auch der Klimawandel.
Zuletzt aktualisiert am: 22. Juni 2026

Gräser, Getreide, Beifuß und Ambrosia sind Beispiele für Pflanzen, deren Pollen gerade in den Sommermonaten bei Menschen häufig Allergien auslösen. Viele Beschäftigte kennen das und nehmen die Symptome in den Atemwegen und auf der Haut als gegeben hin. Die Verläufe sind jedoch nicht immer leicht und können die Leistungsfähigkeit zum Teil deutlich einschränken.
Maßnahmen gegen Pollenflug am Arbeitsplatz
Betroffene verfügen in ihrem privaten Wohnraum meist über Strategien, wie sie sich vor allergieauslösenden Pollen schützen können. Einiges davon lässt sich auch an vielen Arbeitsplätzen realisieren. Entsprechende Maßnahmen sind oft einfach umzusetzen und erweisen sich häufig als wirkungsvoll:
- Fenster tagsüber nach Möglichkeit geschlossen halten.
- Räume sollten am besten am sehr frühen Morgen gelüftet werden.
- Pollenschutzgitter an den Fenstern anbringen.
- Oberflächen von Tischen und Ablagen täglich feucht abwischen.
- Täglich den Boden saugen oder wischen.
- Die Pausen nicht im Freien, sondern in geschützten Räumen verbringen.
- Jacken nicht in der Nähe des Arbeitsplatzes aufhängen (und ggf. Kolleginnen und Kollegen bitten, dies auch nicht zu tun).
- Zahlreiche Apps informieren und warnen vor Pollenflugzeiten. An Tagen mit prognostiziertem starkem Pollenflug sollte es – sofern machbar – in Absprache mit den Vorgesetzten möglich sein, im Homeoffice zu arbeiten.
- Klimaanlagen in Fahrzeugen, die für den Weg zum und vom Arbeitsplatz bzw. für Dienstfahrten genutzt werden, sollten mit Pollenfilter ausgerüstet sein.
Wenn Beschäftigte im Freien arbeiten, sollte Arbeits- oder Schutzkleidung getragen werden, die den gesamten Körper bedeckt. Auch die Hände sollten durch geeignete Handschuhe vor allergieauslösenden Pflanzenteilen geschützt werden. Gegen das Einatmen allergieauslösender Pollen hilft oft schon das Tragen eines einfachen Atemschutzes.
Klimawandel verändert Zeitpunkt und Dauer von pollenbedingten Allergien
Durch den Klimawandel können sich Beschwerden durch Allergien für Betroffene ungewohnt anfühlen, da sich Pollensaisonen zeitlich verschieben, verlängern und in ihrer Intensität zunehmen sowie neue Allergene auftreten können, was den Verdacht erregen kann, dass die Symptome durch Stoffe am Arbeitsplatz ausgelöst werden. Häufig zeigt sich aber bei Untersuchungen, dass es bekannte Symptome wie z.B. Fließschnupfen oder Asthma sind, die durch frühzeitige und/oder verlängerte Blühperioden unüblich früh, spät oder über einen ungewöhnlich langen Zeitraum auftreten. Hinzu kommt, dass sich in Deutschland durch die Erderwärmung bisher nicht ansässige Pflanzen und auch Insekten verbreiten, die Erkrankungen auslösen können. In einer betriebsärztlichen Untersuchung kann auch dieser Aspekt berücksichtigt werden.
Medikamente und Immuntherapien
Nach ärztlicher Untersuchung können verschiedene Medikamente zur Linderung von Allergiesymptomen eingesetzt werden. Dazu gehören z.B. Antihistaminika und Nasensprays. Eine andere Option sind spezifische Immuntherapien. Diese zielen darauf ab, die Reaktionen auf Pollen zu mildern. Ansprechpartner hierfür sind Allergologen.