03.12.2019

Pause machen – aber richtig: So werden Pausen zur Erholung

Laut Duden bedeutet Erholung „das Zurückgewinnen von Gesundheit und Leistungsfähigkeit”. Und genau das sollte durch Pausen erzielt werden. Allerdings gelingt es nur, wenn wir richtig Pause machen. Die DAK-Ernährungsexpertin Silke Willms empfiehlt, sich seine Pause etwa folgendermaßen einzuteilen: 60 Prozent für Essen, 30 Prozent für Bewegung und 10 Prozent für Entspannung. Wie kann dies in der Praxis aussehen?

Pause machen - so geht es richtig im Arbeitsalltag

Der richtige Zeitpunkt: vor der Erschöpfung

Der richtige Zeitpunkt fürs Pause machen: möglichst, bevor Sie müde sind. Ignorieren Sie Ihr Pausenbedürfnis, laden Sie Ihre Akkus nicht auf. Diese Faustregel gilt im Büroalltag besonders für Kurzpausen.

Kurzpause – der kleine Energiekick zwischendurch

Kurzpausen haben verschiedene positive Effekte: Sie senken nicht nur die Fehlerhäufigkeit und sichern so die Leistungsfähigkeit, sondern sind auch ein wichtiger Beitrag zum Gesundheitsschutz. Bereits nach rund ein bis zwei Stunden ununterbrochener Bildschirmarbeit lassen sich bei manchen Kollegen leichte Beschwerden beobachten – so lässt etwa die Sehschärfe nach.

Tipps für erholsame Kurzpausen am Bildschirmarbeitsplatz

  • Der Effekt ist zu Beginn einer Pause am stärksten – daher sind Kurzpausen sinnvoll.
  • Je komplizierter die Aufgabe, desto öfter und länger sollte die Arbeit durch Pausen unterbrochen werden.
  • Ihre Kollegen sollten selbst entscheiden, wann sie eine Pause benötigen. Nur sie selbst kennen ihre aktuelle Konzentrationsfähigkeit und die Anstrengung durch die aktuelle Aufgabe.
  • Grobe Faustregel: Jede Stunde etwa fünf- bis 15 Minuten Pause machen.
  • Kurzpausen sollten nicht zusammengelegt werden oder gar durchgearbeitet werden, um früher Feierabend machen zu können.
  • Natürlich sollten die Kollegen in der Pause von der Bildschirmarbeit keine andere Aufgabe übernehmen – das würde keine Erholung bringen!
  • Rund fünf Minuten ist das Minimum für eine Kurzpause.
  • Eine hervorragende Möglichkeit, den Belastungen durch die Bildschirmarbeit entgegenzuwirken, sind kurze Übungen für Schultern, Rücken und Nacken in den Pausen. Dabei ist es wichtig, diese Bereiche zu dehnen und zu mobilisieren.

Die richtige Umgebung zum Pause machen

Die Psychologin Dr. Anne Katrin Matyssek erklärt: „Wir brauchen für richtig gute Arbeit den Überblick, also den sprichwörtlich kühlen Kopf. Dazu gehört ein gewisses Maß an Abstand. Wer im Hamsterrad läuft, kann nicht erkennen, ob das Hamsterrad vielleicht in die falsche Richtung läuft.”

Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa für die DAK-Gesundheit zeigt, dass nur 70 Prozent die lange Mittagspause ganz dem Essen und der Erholung widmen. Jeder Vierte isst schnell – gerne auch am Schreibtisch –, um dann bald wieder weiterzuarbeiten.

Richtig Pause machen

Verlassen Sie den Arbeitsplatz, leiten Sie das Telefon um!

Um durch Pause Erholung zu finden, sollten Ihre Kollegen immer den Arbeitsplatz verlassen und – soweit möglich – für die Dauer der Pause auch telefonisch nicht erreichbar sein. Denn es ist wichtig, ein Gegengewicht zur Arbeit zu schaffen und sich mit völlig anderen Dingen zu beschäftigen als während der Arbeit. Wer am Rechner sitzen bleibt und kurz im Internet surft, macht vielleicht eine Arbeitspause, gewinnt aber keine neue Energie. Vielen hilft es, sich für die Pause zu verabreden – dann geraten sie gar nicht in Versuchung durchzuarbeiten.

Bewegung schafft Entspannung

Wer an einem lauten Arbeitsplatz beschäftigt ist, braucht jetzt Ruhe, wer den ganzen Tag am Schreibtisch sitzt, Bewegung. Das gilt besonders für Kollegen an Bildschirmarbeitsplätzen.

Motivieren Sie Ihre Kollegen dazu, dass sie wenigstens die Treppe statt des Aufzugs nutzen – damit kommt der Kreislauf in Schwung. Ein Spaziergang liefert natürlich mehr Energie und wer die Möglichkeit zum Duschen hat, kann die Pause beim (moderaten) Joggen oder Radfahren verbringen.

Optimal sind zudem Ausgleichsübungen für den Bildschirmarbeitsplatz.

Mittagsschlaf steigert Aufmerksamkeit

Nicht überall werden Sie mit dem Vorschlag, der Belegschaft Möglichkeiten zum Powernapping anzubieten, auf offene Ohren stoßen. Doch Sie wissen ja: Steter Tropfen höhlt den Stein. Also sprechen Sie ruhig regelmäßig das Thema an und legen Sie die wissenschaftlichen Ergebnisse auf den Tisch: In Untersuchungen konnte die US-amerikanische Luft- und Raumfahrtbehörde NASA belegen, dass nach einem Nickerchen die Aufmerksamkeit um 100 Prozent steigt. Daneben wurden in Studien u.a. folgende positiven Effekte durch ein Nickerchen beobachtet:

  • positive Auswirkung auf das Kurzzeitgedächtnis
  • Leistungssteigerung
  • Vorbeugung vor Erschöpfungszustände

Wichtig ist allerdings zu beachten, dass ein Mittagsschläfchen nicht länger als 30 Minuten dauern sollte.

Gutes Essen in der Pause

Es ist nicht nur wichtig, was wir essen – weniger fettig, mehr Obst und Gemüse , sondern auch, wie wir essen. Dr. Anne Katrin Matyssek gibt folgende Empfehlungen:

  • Versuchen Sie, das Essen mit allen Sinnen zu genießen.
  • Trinken Sie etwas zum Mittagessen (oder vorher und nachher).
  • Sprechen Sie beim Essen möglichst nicht über die Arbeit.
  • Gönnen Sie sich nach dem Essen noch einen Espresso mit Kollegen.
Autor: Andrea Stickel