23.06.2016

Nichtraucherschutz am Arbeitsplatz

Ingenieur in der Produktion

Unter Nichtraucherschutz am Arbeitsplatz versteht man Maßnahmen zum Schutz von Nichtrauchern vor schädlichem und gesundheitsgefährdendem Tabakrauch.

Atmet man beispielsweise den Rauch einer im selben Raum brennenden Zigarette ein, wird dieser Vorgang Passivrauchen genannt und ist fast so schädlich wie das Rauchen selbst, da es im Durchschnitt das Lungenkrebsrisiko eines unfreiwilligen Passivrauchers um bis zu 20 % erhöht. Der Arbeitgeber hat daher Nichtraucher am Arbeitsplatz vor den Gefahren des Tabakrauchs zu schützen.

Gefahren des Tabakrauchs

Das am weitesten verbreitete Medium des Tabakrauchens ist die Zigarette, durch sie sind besonders viele Menschen gefährdet. Unterschieden wird hierbei zwischen dem sogenannten Hauptstromrauch und dem sogenannten Nebenstromrauch.

Der Hauptstromrauch ist jener Rauch, der beim Ziehen an einer Zigarette an ihrer brennenden Spitze, der Glut, entweicht. Er besteht aus 1.200 Inhaltsstoffen, u.a. aus vielen als krebserregend eingestuften Stoffen wie beispielsweise Benzol oder Blausäure. Dieser Rauch wird durch die Zigarette hindurch vom Raucher eingeatmet, danach jedoch wieder ausgeatmet.

Zwar im Allgemeinen quantitativ weniger, dafür aber aufgrund der niedrigeren Verbrennungstemperatur des Tabaks von der Konzentration der Giftstoffe her höher ist der Nebenstromrauch, der zwischen den Zügen an der Glut der Zigarette entsteht. Der Anteil der giftigen Stoffe wie Formaldehyd, Pyridin oder Ammoniak ist hier höher als im Hauptstromrauch, was ihn, wenn er eingeatmet wird, umso schädlicher macht und nicht nur das Lungenkrebsrisiko, sondern auch das Risiko für eine Herzkrankheit drastisch erhöht.

Nichtraucherschutz am Arbeitsplatz (Arbeitsstättenverordnung)

Da der Vorgang des Passivrauchens von fast allen Nichtrauchern unerwünscht und für sie nicht nur unangenehm, sondern auch schädlich ist, hat der Arbeitgeber die Pflicht,

„die erforderlichen Maßnahmen zu treffen, damit die nicht rauchenden Beschäftigten in Arbeitsstätten wirksam vor den Gesundheitsgefahren durch Tabakrauch geschützt sind” (§ 5 Abs. 1 ArbStättV),

also ihnen die Möglichkeit zu geben, sich vor dem Rauch selbst und den Gefahren des Passivrauchens zu schützen.

Mögliche Maßnahmen sind ein generelles oder auf Teilbereiche beschränktes Rauchverbot innerhalb des Unternehmensgeländes, nach Rauchern und Nichtrauchern getrennte Aufenthalts-, Gesellschafts- oder Pausenräume sowie Betriebsvereinbarungen mit dem Ziel, die unfreiwilligen Passivraucher wieder zu Nichtrauchern zu machen.

In der neuen ArbStättV von 2016 wurde unter anderem auch die Bedeutung des Nichtraucherschutzes noch verstärkt.

Autor: WEKA Fachredaktion

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