23.06.2016

Arbeitsschutz in der Nahrungsmittelindustrie und Gastronomie

Arbeitssicherheit

Als Nahrungsmittelbetrieb werden Unternehmen und Betriebe bezeichnet, die Lebensmittel in verschiedener Art und Weise bearbeiten, verarbeiten und verkaufen. Das Nahrungsmittelgewerbe an sich vereinigt mehr als 40 verschiedene Gewerbezweige in sich. So werden sowohl Metzgereien und Molkereien als auch Bäckereien oder Konditoreien als Nahrungsmittelbetriebe bezeichnet. Zum Nahrungsmittelgewerbe zählen jedoch auch Gaststätten, Imbisse und Restaurants sowie Großbetriebe, die Lebensmittel, wie beispielsweise Fisch oder Fleisch, in großen Mengen weiterverarbeiten.

Aufgrund der Vielfalt der Tätigkeiten innerhalb der Nahrungsmittelindustrie lassen sich keine einheitlichen Gefährdungsschwerpunkte ausmachen, denn die möglichen Gefährdungen unterscheiden sich je nach Gewerbezweig stark. So sehen sich beispielsweise Arbeitnehmer in Bäckereien anderen Gefährdungen ausgesetzt als Angestellte in gastronomischen Betrieben wie Hotels, Restaurants oder Kantinen.

Dabei hat jeder einzelne Gewerbezweig seine eigenen spezifischen Gefahrenschwerpunkte. Insgesamt werden über 4.000 Berufserkrankungen pro Jahr im Nahrungsmittelgewerbe angezeigt. Die häufigsten Erkrankungen sind dabei unter anderem Bronchialasthma, verschiedene Hauterkrankungen, Wirbelsäulenerkrankungen oder auch Lärmschwerhörigkeit.

Arbeitsschutz in der Bäckerei

Ein großer Zweig des Nahrungsmittelgewerbes ist sicherlich die Herstellung von Backwaren. Gerade in der Backwarenherstellung, das heißt in Bäckereien oder Konditoreien, bewegen sich die Unfallzahlen und auch die Zahl der Berufserkrankungen auf einem relativ hohen Niveau. Unfälle im Backwarengewerbe ereignen sich meist im Umgang mit den dort erforderlichen Maschinen und Geräten. Eine häufige und anerkannte Berufskrankheit unter Arbeitnehmern in der Backwarenherstellung ist das sogenannte Bäckerasthma. Dies ist eine Atemwegserkrankung, die durch Stäube ausgelöst werden kann. Da Bäcker einen Großteil ihrer Arbeit im Umgang mit Mehl und diversen anderen staubverursachenden Stoffen verbringen, sind sie auch besonders anfällig für Atemwegserkrankungen.

Um die Entstehung dieser Berufskrankheit bei Arbeitnehmern zu vermeiden, sollten verschiedene wichtige Schutzmaßnahmen ergriffen werden. So können z.B. Trennmittel mit geringer allergener Wirkung, wie Stärke, verwendet werden. Auch der Einsatz staubarmer Spezialmehle oder von Trennölen ist eine mögliche Maßnahme. Des Weiteren können auch der Einsatz von automatischen Mehlstreuern oder die Einhaltung einer geringen Mehl-Fallhöhe das Staubaufkommen und damit auch die Staubbelastung für die Arbeitnehmer verringern.

Arbeitsschutz in Molkereien und Käsereien

Aufgrund der Vielseitigkeit der Nahrungsmittelindustrie lassen sich diese eben genannten Gefahren für Arbeitnehmer in der Backwarenherstellung jedoch nicht verallgemeinern. In Molkereien oder Käsereien bestehen wiederum andere Gefahrenschwerpunkte. Unfallgefahren ergeben sich in diesem Zweig vor allem beim Transport der Milch in sogenannten Milchsammelfahrzeugen, bei der Verpackung und im Umgang mit Gefahrstoffen. Als mögliche Berufskrankheiten treten hier vor allem Hautkrankheiten im Zusammenhang mit dem Umgang mit Gefahrstoffen auf. Auch Schädigungen und Erkrankungen des Gehörs durch Lärmeinwirkung sind im Bereich der milchverarbeitenden Industrie auftretende Berufskrankheiten.

Arbeitsschutz in der Gastronomie

In der Gastronomie dagegen, die wie oben angeführt ebenfalls zum Nahrungsmittelgewerbe zählt, ergeben sich für Arbeitnehmer andere Unfallgefahren. Während der Anteil der Berufserkrankungen im Vergleich zum Unfallgeschehen hier relativ gering ist, ereignet sich in der Gastronomie jeder dritte Unfall durch Stolpern, Rutschen, Stürzen. Gründe für diese Unfälle können unter anderem unebene, glatte oder durch Fett und Abfälle verunreinigte Böden sein. Weitere Auslöser können unter anderem auch lose Teppiche oder Läufer, eine mangelnde Unterweisung oder unpassendes Schuhwerk sein.

Autor: WEKA Fachredaktion

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