24.03.2020

4 Risiken, die in keiner Gefährdungsbeurteilung für mobile Arbeit fehlen dürfen

Stationäre Kommunikation kommt immer mehr aus der Mode. Früher hatten Telefone ihren festen Platz – sowohl auf dem Schreibtisch als auch daheim. Doch das ist längst Geschichte, denn Mobilgeräte kommen nicht nur unterwegs zum Einsatz – sie haben sich auch im Büro und in den eigenen vier Wänden längst durchgesetzt. Bei mobilen Geräten weiß allerdings derzeit noch niemand ganz genau, welche Probleme sie langfristig nach sich ziehen. Deshalb ist es umso wichtiger, bekannte Fehler ernstzunehmen und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen – unter anderem, Ihre Kollegen zum richtigen Einsatz mobiler Geräte zu unterweisen.

Laptop

Smartphone in Facebook-Haltung

Haben Sie schon einmal gehört, was das Facebook-Logo angeblich darstellen soll? Einen Menschen, der sich wie ein kleines F über seinem Smartphone zusammenkrümmt.

Mit dem Smartphone vor Augen beugen die meisten Menschen ihren Nacken, manche beugen zusätzlich den Rumpf, und vor allem Männer ziehen auch noch die Schultern hoch. Tablets werden ähnlich verkrampft genutzt.

Zwangshaltungen kommen im Alltag zwar häufiger vor, aber entscheidend ist immer die Frage nach der Dauer. Mobile Geräte werden sehr oft für längere Zeit in Zwangshaltungen benutzt, die Muskel-Skelett-Erkrankungen nach sich ziehen können.

Risiko: Rückenschäden durch Smartphones oder Tablets

Laptop als PC-Ersatz

Laptops sind keine Schreibmaschinen – jedenfalls nicht für reguläre Bildschirmarbeit, und zwar weder im Büro noch unterwegs, etwa im Zug. Dafür sind sie ergonomisch ungeeignet. Natürlich sind sie zum Schreiben gedacht, aber nur für kurze Texte oder zur Recherche. Sie dürfen sie nicht als stationäre Rechner an Arbeitsplätzen einsetzen. Wenn Ihre Kollegen länger daran arbeiten, benötigen sie das volle Programm externer Peripherie:

  • separaten Monitor,
  • externe Tastatur,
  • Maus etc.

Völlig inakzeptabel ist die Arbeit mit dem Laptop auf den Oberschenkeln – selbst unterwegs und nur für kurze Zeit.

Risiko: Rückenschäden durch Laptops oder Notebooks

Handynutzung im Straßenverkehr

Das menschliche Gehirn beherrscht kein Multitasking, es kann lediglich verschiedene Tätigkeiten abwechselnd erledigen. Darin unterscheidet es sich keineswegs vom Computer, nur dass der erheblich schneller ist als wir. Generell führt Multitasking dazu, dass die Ergebnisse der Tätigkeiten, zwischen denen gewechselt wurde, schlechter ausfallen, als wäre jede für sich erledigt worden.

Es mag Fälle geben, in denen das nicht einmal so schlimm ist. Katastrophale Folgen kann es allerdings haben, wenn Menschen denken, sie könnten auf ihrem Mobilgerät texten, während sie zugleich ein Fahrzeug lenken – egal, ob beruflich oder privat. Das kann das Leben kosten – das eigene und mehr noch das anderer. Ablenkung durch  Smartphone-Nutzung am Steuer gilt seit Jahren als eine wesentliche Unfallursache – übrigens auch bei Fußgängern.

Risiko: Schwere Unfälle durch Smartphones

Mobile Geräte und ständige Erreichbarkeit

Ständige Erreichbarkeit ist kein Problem, für das Mobilgeräte allein verantwortlich sind, aber sie können dieses Problem bis zum Äußersten verstärken. Wer sich nach dem Abendbrot an seinen privaten Schreibtisch setzt, um Mails seines Chefs abzurufen, zerstört die Trennlinie zwischen Arbeit und Privatleben. Wer auf Mobilgeräten ohnehin rund um die Uhr Mails seines Chefs empfängt und beantwortet, verzichtet von vornherein auf diese Trennlinie und eine gesunde Work-Life-Balance.

Risiko: Psychische Belastungen durch alle Arten mobiler Geräte

Wie können Sie als Arbeitsschützer noch aktiv werden?

Sie können Kollegen, die mobil arbeiten, nicht ständig kontrollieren. Legen Sie ihnen in Unterweisungen nahe, an ihre Gesundheit zu denken, wenn sie mobile Geräte einsetzen. Sie können selbst bestimmen, wie sie arbeiten, und Verantwortungsbewusstsein ist dafür die wichtigste Voraussetzung. Eine Vorlage für die Unterweisung mobiles Arbeiten finden Sie aus gegebenem Anlass in unserer kleinen Vorlagensammlung „Notfallwissen Infektionsschutz“.

Autor: Martin Weyde