28.01.2019

Schnell wirkende Maßnahmen zur Staubbekämpfung

Mit Ablauf des Jahres 2018 gilt nun uneingeschränkt der neue Arbeitsplatzgrenzwert für A-Staub von 1,25 mg/m³. Maßnahmen zur Staubbekämpfung an den Arbeitsplätzen tun also not. Wenn Sie bisher die Grenzwerte nicht erreicht haben, führen Sie eine Betriebsbegehung durch und prüfen Sie, ob Sie mit den folgenden Vorgehensweisen die Staubbelastung bei überschaubarem Aufwand schnell reduzieren können.

Staubbekämpfung

Staub  die unsichtbare Gefahr. Lungengängige Staubpartikel haben einen Durchmesser von 5 μm und weniger. Sie sind für das menschliche Auge so gut wie unsichtbar und entziehen sich damit unserer Wahrnehmung. Gerade deshalb sind regelmäßige Unterweisungen und die Staubbekämpfung am Arbeitsplatz nicht nur für A-, sondern auch für E-Stäube wichtig.

Staubbekämpfung bei Schüttgut

Bei Schüttgütern in Silos besteht die Gefahr, dass das feine Schüttgut während des Austragevorgangs mit Luft durchsetzt wird. Dann bildet sich enorm viel Staub. Prüfen Sie deshalb, ob Sie stattdessen einen sogenannten Silo-Masseausfluss erzeugen können. Dabei wird der gesamte Inhalt des Silos in Bewegung gebracht, was die Fallgeschwindigkeit des Schüttgutes reduziert.

Auch bei jedem Transport und bei jeder Be- und Entladung ist darauf zu achten, dass sich das Schüttgut nicht unnötig mit der Luft vermischt. Wenn Sie es nicht in einem geschlossenen System lagern können (Silos, Fässer, Bunkersysteme), sollten Sie es abdecken und feucht lagern.

Staubminimierend verarbeiten

Prüfen Sie, ob Sie die Bearbeitungsverfahren in der Produktion verändern können. Laufen die Bearbeitungsgeräte z. B. sehr schnell, wird bei offenen Systemen mehr Staub in die umgebende Luft abgegeben als bei langsam laufenden Geräten. Ebenso laden sich die Staubteilchen bei schneller Bearbeitung elektrisch auf, was ebenfalls für eine stärkere Ausbreitung sorgt. Werden neue Bearbeitungsverfahren geplant, sind grundsätzlich Nass- den Trockenverfahren vorzuziehen.

Abfüll- und Schüttvorgänge optimieren

Säcke oder Behälter sollten nur in Systemen mit Absaugvorrichtung oder mit anderen Möglichkeiten, die Ausbreitung von Staub zu vermeiden, geöffnet werden. Für die staubfreie Abgabe von Schüttgütern aus Papiersäcken sind Sack-Entleerstationen Stand der Technik. Die beste Variante ist ein geschlossenes System, welches den Sack automatisch aufreißt, entleert, die Papierhülle verdichtet und anschließend staubfrei ausgibt.

Staub schon bei seiner Entstehung absaugen

Prüfen Sie, wo im Betrieb austretende oder herabfallende Abfälle noch in Wannen, Trichtern und Taschen aufgefangen werden. Auch hier bildet sich gerne zu viel Staub. Abhilfe können gut angepasste Erfassungsvorrichtungen mit Ventilatoren und einem Abscheider schaffen.

Achten Sie bei der Auswahl darauf, dass die Erfassungsvorrichtungen bei Werkzeug- und Produktwechseln leicht demontierbar sind. Dadurch steigt die Akzeptanz bei den Mitarbeitern. Diese neigen ansonsten dazu, Erfassungsvorrichtungen unter Umständen einfach wegzulassen.

Staubquellen separieren

Wenn Staub an bestimmten Stellen entsteht, prüfen Sie, ob Sie diese Arbeitsbereiche mit überschaubarem Aufwand separieren und getrennt von anderen mit Frischluft versorgen können. Richten Sie zur Staubbekämpfung Schleusen ein. Die Separierung selbst können Sie auch mit einfachen Mitteln, etwa mit zeltartigen Umhüllungen, vornehmen.

Checkliste „Maßnahmen zur Staubreduzierung“

Checkliste Staubbekämpfung

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Autor: Markus Horn