12.09.2019

Krankmeldungen wegen Depressionen am häufigsten

2018 fehlten Arbeitnehmer in Deutschland dreimal so oft aufgrund psychischer Krankheiten als im Jahr 1997. Das geht aus dem aktuellen DAK-Psychoreport hervor. Am häufigsten litten Arbeitnehmer an Depressionen. Aber Fehltage wegen Anpassungsstörungen stiegen in den vergangenen Jahren besonders deutlich an und auch die Diagnose "Burnout" wurde letztes Jahr wieder öfter gestellt.

DAK Gesundheitsreport

In Deutschland fehlte im vergangenen Jahr jeder 18. Arbeitnehmer wegen einer psychischen Erkrankung im Job. Damit setzte sich auch 2018 der traurige Trend fort, dass immer größere Teile der Bevölkerung nicht arbeiten können, weil sie psychisch leiden. Seit 1997 hat sich die Anzahl der Fehltage aufgrund von Depressionen oder Anpassungsstörungen mehr als verdreifacht.

Ein kleiner Lichtblick: Krankschreibungen von Arbeitnehmern aufgrund psychischer Probleme gingen letztes Jahr erstmals leicht zurück: Von 250 Tagen je 100 Versicherte auf 236 Tage. Seelenleiden waren damit jedoch immer noch die dritthäufigste Ursache für Krankschreibungen.

Depression das häufigste Leiden

Die meisten Ausfalltage verursachten letztes Jahr Depressionen (93 Fehltage) und Anpassungsstörungen (51 Fehltage). Auf Platz drei rangierten neurotische Störungen (23 Fehltage), Angststörungen kamen auf 16 Fehltage je 100 Versicherte.

Anpassungsstörungen auf dem Vormarsch

Der DAK-Psychoreport zeigt große Entwicklungslinien auf. So wird deutlich, dass sich Ausfalltage wegen Anpassungsstörungen seit dem Jahr 2000 fast verdreifacht haben. DAK-Vorstandschef Andreas Storm führt diese Entwicklung auch auf einen offeneren Umgang mit psychischen Erkrankungen zurück, denn aus wissenschaftlicher Sicht seien diese seit Jahrzehnten in der Bevölkerung nahezu gleich verbreitet.

Definition „Anpassungsstörung“

Unter einer Anpassungsstörung versteht die Weltgesundheitsorganisation (WHO) psychische Probleme, die infolge eines außergewöhnlich belastenden Lebensereignisses oder aufgrund einer besonderen Veränderung im Leben auftreten.

Burn-out wieder häufiger diagnostiziert

Im Vergleich zum Vorjahr fehlten Arbeitnehmer wieder häufiger aufgrund eines Burn-outs (5,3 Fehltage gegenüber 4,6 Fehltagen je 100 Versicherte). Vor allem Arbeitnehmer ab 60 Jahre fehlten deshalb am häufigsten im Job. Allerdings ist die Diagnose „Burn-out“ seit 2012 immer seltener gestellt worden, die Anzahl der Fehltage hat sich seitdem fast halbiert.

Erst vor Kurzem hat die WHO Burn-out als Syndrom eingestuft. Dieses entstehe aufgrund von chronischem Stress am Arbeitsplatz, der nicht erfolgreich verarbeitet werde.

Proportional mehr Fehltage bei Frauen, in der Verwaltung und im Gesundheitswesen

Die Fehlzeiten wegen psychischer Erkrankungen lassen sich natürlich noch weiter herunterbrechen z.B. auf Geschlechter, Regionen oder Branchen:

Geschlecht: So waren Frauen 2018 öfter wegen Seelenleiden krankgeschrieben als ihre männlichen Kollegen (298 Fehltage gegenüber 183 Fehltagen bei Männern).

Region: Während im Saarland im vergangenen Jahr 312 Fehltage je 100 Versicherte mit den entsprechenden Diagnosen begründet wurden, waren es in Bayern lediglich 193. Die ostdeutschen Bundesländer rangieren hier im Mittelfeld.

Branche: In der öffentlichen Verwaltung sowie im Gesundheitswesen fehlten Arbeitnehmer überproportional oft aufgrund von psychischen Erkrankungen.

 

Autor: WEKA Redaktion