Fachbeitrag | Informieren und Recht
12.01.2015

Klare Regeln gegen Mobbing am Arbeitsplatz

Unter Mobbing sind wiederholte, gezielte, regelmäßige und systematische verbale, non-verbale und oder körperliche An- oder Übergriffe gegen ein oder mehrere Personen zu verstehen, die sich über einen längeren Zeitraum erstrecken.

Colleagues gossiping with sad businesswoman in foreground© Wavebreakmedia /​ iStock /​ Thinkstock

Durch eine erhöhte Mitarbeiterfluktuation, aber auch durch die teilweise sehr langen krankheitsbedingten Ausfallzeiten von Mobbingopfern entstehen in Unternehmen oft auch hohe Kosten können den Alltag bestimmen.

Als Beschäftigter ist zu berücksichtigen:

  • Keinesfalls Mobbing-Attacken anderer dulden, sondern Problem frühzeitig und offen ansprechen zunächst bei einer Vertrauensperson, bei Kollegen bei der Mitarbeitervertretung, dem Vorgesetzen/der Vorgesetzten
  • Weitere Ansprechpartner sind lokale Mobbingberatungsstellen
  • Notfalls Berufsgenossenschaft, Gewerbeaufsichtsamt informieren
  • Vorfälle in einem Mobbing-Tagebuch dokumentieren und – wenn möglich – Zeugen finden
  • Schriftstücke wie E-Mails sollten aufbewahrt oder ausgedruckt werden
  • Selbsthilfegruppe in Anspruch nehmen: Dort könnten sich Arbeitnehmer mit anderen Betroffenen austauschen und sich gegenseitig den Rücken stärken, Verhaltensstrategien entwickeln
  • Fachanwalt für Arbeitsrecht/Gewerkschaft konsultieren, ggf. Schadensersatz, Schmerzensgeld einklagen

Als Arbeitgeber sollte man im Vorwege aktiv Mobbingvorfällen vorbeugen, indem

  • Arbeitgeber und Führungskräfte klare Signale setzen, dass Mobbing nicht geduldet wird (u.a Code of conduct, Betriebsvereinbarung, Leitbild, Diversity-Konzept, Social Media Leitlinie)
  • Mobbingfälle weder totgeschwiegen oder stillschweigend geduldet werden dürfen
  • bei Mobbingvorfällen die Gründe erforscht werden, um daraus Strategien zur Prävention abzuleiten
  • eine offene Kommunikationskultur im Unternehmen gepflegt wird bei der Konflikte schon zu Beginn angesprochen werden können, sodass sie gar nicht mehr bis hin zum Mobbing eskalieren können
  • Seminare zur Prävention und Stressbewältigung, die Förderung der Konfliktlösungskompetenz oder Maßnahmen zur aktiven, ggf. interkulturellen Teamentwicklung regelmäßig angeboten werden
  • Mitarbeitersprechstunden bei externen Beratern des betrieblichen Gesundheitsmanagements angeboten werden
  • Betriebssozialarbeiter oder gewählte Vertrauenspersonen als Ansprechpartner zur Verfügung stehen

Dabei sollte der Arbeitgeber den Betriebsrat aktiv einbinden, gerne auch externe Experten (u.a. Arbeitspsychologen) mit einbeziehen.

Jeder Arbeitgeber hat in seiner Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen
(§§ 5,6 ArbSchG) derartige Gefährdungen angemessen zu bewerten und entsprechende Maßnahmen umzusetzen, die zu einer Verringerung der psychischen Belastung führen.

Autor: Stefan Johannsen 

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