23.06.2016

Jugendarbeitsschutz (JArbschG)

Arbeitssicherheit

In Deutschland ist der Jugendarbeitsschutz vor allem im Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbschG) geregelt. Der Jugendarbeitsschutz hat das Ziel, Kinder und Jugendliche vor einer Belastung durch zu frühe, lange, schwere und gefährliche Arbeiten zu schützen. Auf diese Weise möchte er Schäden in ihrer physischen und psychischen Entwicklung verhindern. Des Weiteren möchte er so durch ausreichend Ruhe- und Regenerationszeiten trotz schulischer und beruflicher Ausbildung die Persönlichkeitsentwicklung fördern.

Jugendarbeitsschutzgesetz

Der Jugendarbeitsschutz in Deutschland hat eine vergleichsweise lange Geschichte. Bereits 1839 wurde im damaligen Preußen die Fabrikarbeit von Kindern unter neun Jahren offiziell verboten. Einige Jahre später, im Deutschen Kaiserreich, wurde das Arbeitsverbot in Fabriken auf Kinder unter 13 Jahren ausgeweitet. Die moderne Fassung des Jugendarbeitsschutzgesetzes existiert prinzipiell seit 1960. Dieses wurde 1976 und 1984 durch Novellierungen modernisiert. 1997 wurde das Jugendarbeitsschutzgesetz an die Richtlinie 94/33/EG angepasst.

Das Jugendarbeitsschutzgesetz gilt für die Beschäftigung von Jugendlichen unter 18 Jahren. Hier werden vor allem die Begrenzung der Arbeitszeiten sowie die nötigen Pausen- und Ruhezeiten geregelt. Verstößt der Arbeitgeber gegen das Jugendarbeitsschutzgesetz, so kann dies Geldbußen und Freiheitsstrafen zur Folge haben.

Wichtige Bestimmungen im Jugendarbeitsschutz

Im Jugendarbeitsschutz werden u.a. die Dauer der Arbeitszeit, die Ruhepausen und Freizeitansprüche der Jugendlichen festgelegt. Auch wird definiert, welche Tätigkeiten Jugendliche nicht ausüben dürfen. So schreibt § 8 Jugendarbeitsschutzgesetz hinsichtlich der täglichen Dauer der Arbeitszeit Folgendes vor:

„(1) Jugendliche dürfen nicht mehr als acht Stunden täglich und nicht mehr als 40 Stunden wöchentlich beschäftigt werden.

(2) Wenn in Verbindung mit Feiertagen an Werktagen nicht gearbeitet wird, damit die Beschäftigten eine längere zusammenhängende Freizeit haben, so darf die ausfallende Arbeitszeit auf die Werktage von fünf zusammenhängenden, die Ausfalltage einschließenden Wochen nur dergestalt verteilt werden, daß die Wochenarbeitszeit im Durchschnitt dieser fünf Wochen 40 Stunden nicht überschreitet. Die tägliche Arbeitszeit darf hierbei achteinhalb Stunden nicht überschreiten.”

Im Blick auf Ruhepausen schreibt das Jugendarbeitsschutzgesetz in § 11 folgende Regelungen vor:

„Jugendlichen müssen im voraus feststehende Ruhepausen von angemessener Dauer gewährt werden. Die Ruhepausen müssen mindestens betragen

30 Minuten bei einer Arbeitszeit von mehr als viereinhalb bis zu sechs Stunden,
60 Minuten bei einer Arbeitszeit von mehr als sechs Stunden.
Als Ruhepause gilt nur eine Arbeitsunterbrechung von mindestens 15 Minuten.”

Des Weiteren wird in § 13 geregelt, dass zwischen „der täglichen Arbeitszeit” eine mindestens zwölfstündige Freizeit liegen muss. § 15 regelt des Weiteren, dass die Jugendlichen höchstens an fünf Tagen der Woche beschäftigt werden dürfen, wobei die beiden Ruhetage „nach Möglichkeit aufeinanderfolgen” sollen.

Weiterhin ist bei der Beschäftigung von Jugendlichen zu beachten, dass diese nicht alle Arbeiten verrichten dürfen. So sind u.a. gefährliche Arbeiten von der Tätigkeit der Jugendlichen in einem Unternehmen prinzipiell ausgeschlossen. § 22 Jugendarbeitsschutzgesetz schreibt vor, dass Jugendliche keine Arbeiten ausüben dürfen, die „ihre physische oder psychische Leistungsfähigkeit übersteigen”, „bei denen sie sittlichen Gefahren ausgesetzt sind” oder die „mit Unfallgefahren verbunden sind”. Auch Arbeiten, bei denen die Jugendlichen „durch außergewöhnliche Hitze oder Kälte oder starke Nässe gefährdet” sind, bei denen sie „schädlichen Einwirkungen von Lärm, Erschütterungen oder Strahlung ausgesetzt sind” oder sie mit Gefahrstoffen oder biologischen Arbeitsstoffen in Kontakt kommen, dürfen nicht von Jugendlichen ausgeübt werden.

Diese strikten Vorgaben dienen natürlich dem Schutz der Heranwachsenden vor schädlichen Einflüssen und vor zu hoher physischer und psychischer Belastung. Folglich müssen diese Regelungen von Arbeitgebern, die Jugendliche in ihrem Betrieb beschäftigen, unbedingt eingehalten werden. Bei Nichtbeachtung dieser gesetzlichen Vorschriften wird die Gesundheit der Jugendlichen aufs Spiel gesetzt. Verstöße ahndet der Gesetzgeber mit Geldbußen von bis zu 15.000 EUR oder sogar mit Freiheitsstrafen von bis zu sechs Monaten.

Autor: WEKA Fachredaktion

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